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Sanierung der Stadthalle wird
 zwei Millionen 
Euro teurer

Kosten steigen um 31 Prozent Sanierung der Stadthalle wird
 zwei Millionen 
Euro teurer

Mit den neu hinzugekommenen zusätzlichen Kosten von knapp 2 Millionen Euro wird die Sanierung der Anfang Juni eingeweihten Marburger Stadthalle voraussichtlich um 31 Prozent teurer als der ursprüngliche Ansatz.

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Die rundum sanierte Marburger Stadthalle wurde Anfang Juni 
offiziell eingeweiht.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bereits im September 2015 hatten Vertreter der Projektsteuerer Drees & Sommer den Parlamentariern zum wiederholten Male über zusätzliche Baukosten für die Stadthallen-Sanierung berichtet – damals ging es um 2,95 Millionen Euro mehr.

Nun berichtete ­Marja Hanika (Drees & Sommer) bei der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss über eine erneute Kostensteigerung. Dabei bezog sie sich auf Zahlen des Prüfberichts von Ende Mai dieses Jahres. Anstelle von 35,36 Millionen Euro Gesamtkosten, die noch im September 2015 genannt wurden, stiegen die geschätzten Kosten jetzt somit auf 37,62 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Beim Projektstart im November 2012 war das Stadtparlament von Gesamtkosten für die Stadthallen-Sanierung von 28,7 Millionen Euro ausgegangen. Baudezernent Dr. Franz Kahle 
(Grüne) hatte damals darauf hingewiesen, dass Kostensteigerungen von bis zu 20 Prozent bei einem Umbau in einer solchen Größenordnung vor allem 
aufgrund von unvorhergesehenen Dingen im Bereich des Möglichen lägen.

Neue Schaltschränke 
für das Orchesterpodium

Projektsteuerin Marja Hanika von der Firma Drees & Sommer berichtete den Stadtverordneten aus Bau- und Kulturausschuss Einzelheiten aus dem fünften Sachstandsbericht zum Großprojekt der Sanierung Stadthalle, die Anfang Juni offiziell eingeweiht worden war (die OP berichtete).

So hätten neue Schaltschränke 
für das Orchesterpodium und die Steuerung des Feuerschutz-Vorhangs angeschafft werden müssen, die wegen Korrosion elektronischer Bauteile nicht mehr verwendbar gewesen seien. Auch die elektrische Synchronisation des fahrbaren Oberrangs sei aufgrund der neuen baulichen Gegebenheiten 
erneuerungsbedürftig gewesen. Zudem habe man erst nachträglich entdeckt, dass die Unterkonstruktion dieses fahrbaren Rangs aus Holz bestanden habe und diese gegen eine Metallkonstruktion ausgetauscht.

Auch die Erneuerung der unebenen und mürben Unterböden im großen Saal sowie Anpassungen an den neuen Brandschutz wie eine neue Fluchttür-Technik und eine bessere Sprinkler-Pumpe oder die Anschlüsse des Treppenraums an den Bestand-Bau zählten zu den Bau-Teilprojekten, bei denen nachjustiert wurde.

Kahle verteidigt die Linie der Stadt

Eine Absturz-Sicherung am Orchestergraben sowie die Umstellung der Ton- und Medientechnik von analoger auf digitale Verkabelung waren nur einige der Punkte, in denen Neuerungen nachträglich in Auftrag gegeben wurden. Diese hätten aber auch erhebliche Wertsteigerungen zu bedeuten, gab Baudezernent Kahle zu bedenken.

Kahle verteidigte die Linie der Stadt, keinen Generalunternehmer mit dem Großprojekt Stadthallen-Umbau beauftragt zu haben. Denn in so einem Fall wären wohl kaum so viele lokale Firmen bei den einzelnen Ausschreibungen zum Zug gekommen, meinte Kahle.

Andererseits gebe es natürlich einen 
erheblichen organisatorischen Aufwand, wenn rund 50 verschiedene Bauformen auf einer Großbaustelle zum Einsatz kämen. Bei aufgetretenen Problemen sei die Verantwortlichkeit nicht immer klar zuzuordnen.

Zivilrechtlicher Marathon droht

„Eine gewerkeweise Ausschreibung bedeute bei Streitigkeiten einen „dornigen Weg“, sagte Baudirektor Jürgen Tausch. Insgesamt gebe es bei einer Summe von rund einer Million Euro noch Diskussionen der Stadt als Auftraggeber mit unterschiedlichen Akteuren.

In zwei Fällen gehe es noch um größere Streitigkeiten mit Baufirmen um möglichen Schadenersatz, bei der möglicherweise eine jahrelange zivilrechtliche Auseinandersetzung drohen könne, sagte Baudezernent Kahle. Dabei könnte möglicherweise in einem Fall die Stadt Marburg als Klägerin auftreten und im anderen Fall als Beklagte.

Der Abschlussbericht der Projektmanager von „Drees & Sommer“ zum Stadthallen-Projekt soll voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen, wenn auch die Mängel-Beseitigung abgeschlossen sein soll.

von Manfred Hitzeroth

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