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Sammler sind fasziniert

Mineralienbörse Sammler sind fasziniert

Zum 38. Mal richteten Gerd Kerkhey und Geologe Dr. Frank Wierich in Zusammenarbeit mit dem Mineralogischen Museum Marburg um Dr. Peter Masberg die Mineralienbörse im Bürgerhaus (BGH) in Cappel aus.

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35 Aussteller aus ganz Deutschland, aber auch aus Pakistan und Marokko kamen ins Bürgerhaus Cappel.

Quelle: Ingrid Lang

Cappel. Insgesamt 35 Aussteller, die nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Pakistan und Marokko angereist waren, präsentierten eine 
große Auswahl an Mineralien und Fossilien.

Bereits im Foyer des BGH konnten die Besucher 
eine Nachbildung aus Gips von dem vor 100 Jahren in Treysa eingeschlagenen Eisenmeteoriten bewundern. Ein Teilstück zeigt den Original Meteoriten aus Treysa, der in einer Tiefe von 1,60 Metern gefunden und sich hauptsächlich aus Nickeleisen, dazu Troilit und Schreibersit-Lamellen zusammensetzt.

Zu sehen waren weitere Meteoritenstücke aus dem Fundus des Mineralogischen Museums wie der Eisenmeteorit Toluca, 
der 1776 in Mexiko entdeckt wurde. Der Toluca zeigt zudem deutliche grobe Widmanstättensche Strukturen auf und enthält häufig große Einschlüsse des Minerals Troilit. Faszinierende Mineralien in Farben, Formen und verschiedenen Größen boten die Aussteller den Besuchern an. Besondere Strukturen und Farbspiele galt es, unter anderem beim Fluorit zu bewundern.

Eigene Fundstücke
 aus dem Thüringerwald

Die Aussteller boten ein breites Spektrum an Mineralien wie Topas über Bernstein, Rauchquarz, Malachit, Feuersteine sowie Schmuck wie Ketten, Ringe, Anhänger, aber auch Figuren wie Elefanten, Katzen, Herzchen, Eier und einiges mehr.

Seit vielen Jahren gehört der leidenschaftliche Hobbysammler Roland Grösch aus Ebersberg zu den Ausstellern, der überwiegend eigene Fundstücke wie Quarz in Ryholithkugeln aus dem Thüringerwald, versteinertes Holz aus Oberkalbach, Neuhof-Rhön und den Pyrith, der aus einem Steinbruch in der Schweiz stammt, zeigt. Seine Sammelleidenschaft begann mit dem ersten Fund, den er als 13-Jähriger an einem Wasserfall machte. Voller Stolz zeigte er seinem damaligen Schuldirektor, der selbst Mineralien sammelte, den kleinen Rosenquarz. Sein Direktor habe ihm dann einen für ihn großen Kristall geschenkt.

Mittlerweile sammelt Grösch seit mehr als 40 Jahren Mineralien und nennt etliche tausend Stücke sein Eigen. Bis heute begibt er sich immer wieder auf Exkursion nach Mineralien und stellt auf Ausstellungen aus.

Es ist ja nicht nur das Finden eines Minerals, sondern dazu gehört auch noch das Säubern, sodass man dann erst richtig erkennen kann, wie jedes einzelne Stück strukturiert ist. Wenn er heute unterwegs war und nach Hause kommt, fragt seine Frau ihn nicht, was er gefunden, sondern wie viel es diesmal ist, erzählt Grösch schmunzelnd.

Überwiegend eigene Fundstücke gibt es auch bei Kerkhey ( Foto: Lang) und Wierich. Über die Schulter schauen konnte man Thomas Hübner aus Rödermark, der mit einem Spezialgerät Drusen aus Marokko knackt. Als Druse wird ein unvollständig mit Kristallansammlungen verschiedener Art gefüllter ehemaliger Hohlraum im Gestein bezeichnet.

Durch vulkanische Prozesse im Gestein entstanden im Laufe der Zeit durch das Einsickern von stark mineralhaltigem Wasser oft Lagen und Schichten mit unterschiedlicher Porosität, die zur Bildung von Kristallen führten. In dem aufgebrochenen Hohlraum einer Druse können Quarz- oder Amethystkristalle zu sehen sein. Ausgefallene Turmaline konnten an einem Stand aus Pakistan bewundert werden.

Einige Frauen kommen gerne zur Mineralienbörse, um sich Schmuck zu kaufen. Susanne Schnell aus Marburg hatte sich zwei Ammoniten ausgesucht, auch sie informiert und interessiert sich für Mineralien und wird meistens fündig.

von Ingrid Lang

 Die Besucher informierten sich über die Vielfalt faszinierender Mineralien. Foto: Lang
 
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