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Safferling verlässt die Uni Marburg

Jura-Professor Safferling verlässt die Uni Marburg

Der Marburger Jura-Professor Christoph Safferling verlässt Marburg und geht zum Sommersemester an die Universität in seinem Wohnort Erlangen.

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Der Jura-Professor Christoph Safferling an seinem Schreibtisch im Savigny-Haus in Marburg.

Quelle: Archiv

Marburg. Anfang Januar hat Professor Christoph Safferling einen Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg nach Erlangen angenommen, wohin er zum Sommersemester wechselt. In Erlangen wohnte auch bisher schon seine Familie, so dass er dort künftig Beruf und Familie vereinen kann.

„Außerdem bieten sich dort interessante Perspektiven für das Völkerstrafrecht“, erklärte Safferling im Gespräch mit der OP. So kann sich Safferling an der soeben gegründeten „Akademie Nürnberger Prinzipien“ wissenschaftlich beteiligen. Diese Akademie soll ein Forum für das internationale Völkerstrafrecht bieten. An dem Ort, wo mit den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen gegen hochrangige Vertreter der Nationalsozialisten die Geburtsstunde der modernen Völkerstrafprozessordnung schlug, sollen eine Aus- und Weiterbildungsstätte für Juristen und ein Forschungszentrum entstehen. Seit 2007 war der 43-jährige Rechtswissenschaftler Safferling Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Marburger Universität. In dieser Zeit hat er sich unter anderem in dem Internationalen Forschungszentrum für Kriegsverbrecherprozesse (ICWC) engagiert, wo er stellvertretender Direktor ist. Das ICWC bleibt nach wie vor in Marburg.

Kommision zur Untersuchung der Nazi-Vergangenheit bleibt in Marburg

Einige Forschungsprojekte, die Safferling mit angestoßen hat, verbleiben ebenfalls in Marburg. Dabei handelt es sich um die Kommission zur Untersuchung der Nazi-Vergangenheit im Bundesjustizministerium sowie das Projekt „Bit-Crime“, in dem der verbrecherische Einsatz von virtueller Währung erforscht wird.

Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bedauerte auf OP-Anfrage den Weggang Safferlings. Dieser habe an der Universität Marburg viel bewegt, beispielsweise im Zentrum für die Erforschung von Kriegsverbrecherprozessen. So habe sich Safferling besonders bei der Ausrichtung der Jahrestagungen engagiert und insgesamt über das normale Maß hinaus für das Thema eingesetzt, so die Präsidentin.

Dass Safferling seinen Erstwohnsitz in Erlangen hatte, war in den zurückliegenden Monaten öffentlich diskutiert worden und als ein Argument gegen eine Wahl des Marburger Jura-Professors in den Hessischen Staatsgerichtshof angeführt worden. Aus Sicht von Krause war Safferling jedoch kein klassischer „Di-Mi-Do“-Professor, der nur sein Pflichtpensum abgespult habe, sondern sei in Marburg außerordentlich präsent gewesen.

In den Bleibeverhandlungen hätten das Uni-Präsidium und der Fachbereich Rechtswissenschaften dem scheidenden Professor ein gutes Angebot gemacht, betonte die Uni-Präsidentin. Dieser habe aus seiner Sicht gute Gründe gehabt, dieses Angebot dann doch nicht anzunehmen.

von Manfred Hitzeroth

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