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SPD will Bus-Knoten am Südbahnhof

Nahverkehrsplan SPD will Bus-Knoten am Südbahnhof

Von mehr Service und Fahrkomfort im Bus und an der Haltestelle bis zur Einrichtung neuer Schnellbuslinien: Die SPD formuliert detaillierte Vorstellungen zum neuen Nahverkehrsplan.

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Der Südbahnhof soll zum Knotenpunkt für Bus- und Schienenverkehr werden – geht es nach der SPD.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Einrichtung von Schnellbuslinien, die abendliche Anbindung der Außenstadtteile, der Ausbau des Südbahnhofs zum Knotenpunkt für Bus- und Schienenverkehr sowie die Verzahnung von Stadt- und Kreisverkehr sind die Schwerpunkte der SPD-Forderungen zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans.

Der Nahverkehrsplan soll „das, was auf mittlere Sicht ansteht“, regeln, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Steffen Rink und freut sich, dass die Diskussion über Anforderungen an den Nahverkehrsplan viele Parteimitglieder erreicht hat, die sich sonst nicht aktiv in politische Debatten einschalten.

Die SPD verzichtet bei der Betrachtung des Nahverkehrsplans auf grundsätzliche Überlegungen zur Weiterentwicklung des ÖPNV in den kommenden Jahrzehnten. Überlegungen zur verkehrlichen Anbindung der Lahnberge etwa, zu einem sinnvollen Verkehrsmittelmix Bus/Rad oder zur Erreichbarkeit der Innenstadt ohne PKW spielen in dem Konzept keine Rolle.

„Wir wollen eine Qualitätsoffensive, die es den Menschen in Marburg erlauben soll, möglichst gut und bequem mit dem Bus zu fahren“, fasst Thorsten Büchner, stellvertretender Parteivorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, zusammen.

„Ein Beleg für bürgerorientiertes Arbeiten“

Herausgekommen ist zum einen eine lange Liste kleinteiliger Aspekte – vom barrierefreien Zugang zu den Fahrzeugen über die Sauberkeit in den Bussen und an den Haltestellen, über Beleuchtung an den Wartehallen bis zu einer einheitlichen Innenausstattung. „Ein Beleg für bürgerorientiertes Arbeiten“, findet Rink, viele Forderungen etwa des Fahrgast- und des Behindertenbeirats seien aufgenommen.

Wie wichtig diese konkreten Überlegungen seien, gehe etwa daraus hervor, dass die am meisten geäußerte Kritik von Fahrgästen die sei, dass die Busse nicht nahe genug an die Bürgersteigkante fahren, wodurch das Ein- und Aussteigen vor allem für ältere Fahrgäste erschwert werde.

Herausgekommen ist auch, so sieht es Rink, eine „Prioritätensetzung“ für die Entwicklung des Stadtbusverkehrs. Man könne angesichts des Millionendefizits im Nahverkehr und des angespannten städtischen Haushalts nicht einfach Wunschvorstellungen formulieren, sondern müsse sehen, wie Verbesserungen mit den vorhandenen Mitteln erreicht werden können.

Angrenzende Gemeinden anbinden

Für die SPD hat die Anbindung der Außenstadtteile eindeutig Vorrang vor beispielsweise einem durchgehenden 30-Minuten-Takt. Dabei regen die Sozialdemokraten an, die Umstellung der AST-Bedienung auf ein Bussystem  zu prüfen.

Herausgekommen ist drittens ein Bündel von Überlegungen, die den ÖPNV in Marburg attraktiver machen sollen. Die SPD schlägt die Schnellbuslinien  Wehrda–Innenstadt–Richtsberg und Innenstadt–Lahn-
berge–Innenstadt vor. Hier sei der meiste Bedarf, sagt Thorsten Büchner.

Angrenzende Gemeinden sollen an das Marburger Stadtbus-System angebunden werden, lautet eine weitere Forderung. Die Verlängerungen der Linien über Michelbach nach Sterzhausen (zur Verbesserung des Industriestandorts Görzhäuser Hof), über das Einkaufszentrum Wehrda nach Cölbe, vom Stadtwald ins Allnatal und die Einrichtung einer Linie Goßfelden – Marburg sind für die SPD vordringlich in diesem
Zusammenhang.

Ein Klassiker ist die Forderung nach Ausweitung der Park-and-Ride-Anlagen, die ausreichend Stellplätze zum Umstieg vom Auto auf Bus oder Bahn bieten sollen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Aubau des Parkplatzes an der alten Universitätsbibliothek. „Wir wollen hier ein zweites Stockwerk auf der Höhe der Adenauer-Brücke“, sagt Rink. So könne hier ein zentraler Busknoten entstehen – unabhängig von der Frage, ob hier irgendwann einmal eine Bahnhaltestelle Marburg-Mitte eingerichtet wird.

Schließlich die Ticketpreise: Die SPD tritt ein für die Einführung von Kombitickets für kulturelle Veranstaltungen oder Messen zu einem Aufpreis von 50 Cent bis einem Euro, für einen Parkschein mit ÖPNV-Ticket und für die Einführung einner Marburg-Card mit einer Gültigkeit von 48 oder 72 Stunden.

von Till Conrad

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