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Ruf nach Obergrenze für Mietpreise

Wohnungen Ruf nach Obergrenze für Mietpreise

Die Marburger Linke fordert in einem Antrag eine verbindliche Begrenzung der Mietpreise im Stadtgebiet. Die Landesregierung soll die Universitätsstadt zu einem Sondergebiet erklären.

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Der Wohnungsmarkt ist vor allem in der Kernstadt hart umkämpft. Eine Mietpreisobergrenze soll nach dem Willen der Marburger Linken Abhilfe schaffen. Foto: Archiv

Quelle: Stefan Weisbrod

Marburg . Die Kaltmieten sind für viele kaum mehr zu stemmen“, sagt Tanja Bauder-Wöhr (Linke). Gerade die Offensive bei den energetischen Sanierungen drohe für Mieter nach und nach zu einer Kostenfalle zu werden. Gerade deshalb, weil es in Marburg keinen Mietspiegel als Leitlinie für die Preisanpassungen gebe, sei es nötig, zu handeln. „Um drastische Erhöhungen so weit es geht auszuschließen“, sagt sie. Gelingen soll das über eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraf 558), der ortsübliche Vergleichsmieten regelt. Nach dem Willen der Linken soll die Stadt die Landesregierung auffordern, Marburg zu einem Gebiet zu erklären in welchem die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit günstigen Mietwohnungen gefährdet ist. Das würde dazu führen, dass Erhöhungen nach Sanierungen auf 15 Prozent begrenzt werden.

Passus im Antrag der Linken abgelehnt

In diese Richtung sei die Stadt bereits aktiv, erläuterte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Für die Innenstadt haben wir eine Mietpreisobergrenze von maximal 15 Prozent im Laufe von drei Jahren beantragt“, sagt er. Dass nicht das komplette Stadtgebiet von der Obergrenze erfasst werden wird, liegt an Leerständen in den abgelegeneren Ortsteilen. „Der Druck auf den Wohnungsmarkt in der Kernstadt ist enorm“, sagt Vaupel. Daher sei der Antrag beim Ministerium unumgänglich.

Sorgen treiben Ulrich Severin (SPD) um. Er befürchtet, dass Vermieter ab sofort alle drei Jahre die gestattete, 15 prozentige Erhöhung ausschöpfen. „Dann werden hier mal die Fenster, dann dort mal die Heizung und dann wieder die Außenhaut neu gemacht - stets ein neuer Grund, die Miete zu erhöhen. Dann drohen uns exorbitante Mietpreise“, sagt er.

Einen Passus im Linkenantrag, wonach Vermieter nur maximal 30 Prozent des Nettoeinkommens von Mietern verlangen dürfen, lehnte der Ausschuss ab. „Dann pickt sich jeder Eigentümer die Bestverdiener raus, weil er dann am meisten einnehmen kann“, sagt Severin.

Hinter den zentralen Stadtteilen, zu denen Vaupel zufolge auch Ockershausen und Richtsberg zählen, ist nach Erhebung der Verwaltung vor allem die Marbach top nachgefragt - gefolgt von Wehrda und Cappel.

von Björn Wisker

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