Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Rückschlag für rechte Burschenschaften

DB-Treffen Rückschlag für rechte Burschenschaften

Der Stiftungsrat der Wartburg in Eisenach verbietet der Deutschen Burschenschaft (DB) ihr Verbandstreffen auf dem historischen Gelände. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD): "Davon kann Signalwirkung ausgehen" - in Bezug auf den Marktfrühschoppen.

Voriger Artikel
Schlossaufzug soll 2,3 Millionen kosten
Nächster Artikel
Tempo-30-Strecke im Wehrdaer Weg wird verkürzt

Burschenschafter ziehen im Juni 2012 mit Fackeln durch Eisenach. Der Stiftungsrat der Wartburg hat rechten Akademikern den Festakt vor historischer Kulisse verboten. Foto: dpa

Quelle: Michael Reichel

Marburg. In der thüringischen Stadt kommen die DB-Mitglieder zum Verbandstreffen samt Festakt zusammen. Doch den als rechts geltenden Akademikern wurde von der Burgstiftung mitgeteilt, dass man „„rechtsstaatlichen demokratischen Grundprinzipien der Verfassung verpflichtet“ sei. Die Feier der DB sei für die Wartburg „nicht mehr repräsentativ und somit nicht mehr akzeptabel“.

In Eisenachs Partnerstadt Marburg stößt die Entscheidung des Stiftungsrats auf Zustimmung. „Glückwunsch für diese Entscheidung. Jahrelang war es ein Ärgernis, dass diese Leute ihr Unwesen auf der Wartburg treiben konnten“, sagt Oberbürgermeister Vaupel. Der Schritt zeige, dass es richtig sei, gegen Anti-Demokraten vorzugehen. „Marburg und Eisenach gehen bei der Bewertung Schulter an Schulter.“ Vor einigen Jahren versuchte auch die Universitätsstadt ein umstrittenes Burschenschaftstreffen in der Stadthalle zu vermeiden, stellte den Veranstaltern keinen Mietvertrag aus - doch die Kommune verlor vor dem zuständigen Verwaltungsgericht.

Nach der Entscheidung in Eisenach rückt auch die Diskussion um den umstrittenen Marktfrühschoppen am ersten Juliwochenende in den Fokus. Nach OP-Informationen hat der Magistrat das Fest am 6. Juli von 11 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz genehmigt. „Es gilt aber unverändert die Bedingung, dass rechte Burschenschaften unverwünscht sind, vom Veranstalter Sorge zu tragen ist, dass diese fernbleiben“, sagt Vaupel.

Im vergangenen Jahr versuchte der Magistrat, nach kontroversen Debatten in Stadtverordnetenversammlung und unter Bürgern, den Marktfrühschoppen zu verbieten. Letztlich scheiterte die Stadt aber vor dem Verwaltungsgericht. Die Entscheidung der Eisenacher werde kurzfrisitg nichts an der Haltung der Justiz ändern, meint Vaupel. „Direkte Auswirkungen auf die Zukunft des Marktfrühschoppens wird das Verbot in Eisenach zwar nicht haben - aber es ist ein Signal, dass man so Leute nicht will. Das wird nicht ewig zu ignorieren sein.“

Die Burschenschafter pflegten ihre Traditionen über Jahre hinweg vor der historischen Kulisse der Wartburg. Dort versammelten sich im 1817 Studenten, um ihren politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Nicht weit entfernt steht das Denkmal für die gefallenen Burschenschafter des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71. Dort hinauf marschierten die Burschenschafter normalerweise von der Burg aus, mit Fackeln in den Händen.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Marktfrühschoppen
Der Marktfrühschoppen soll in diesem Jahr wie immer am ersten Wochenende im Juli stattfinden. Der Magistrat hat den Marktplatz für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt.Foto: Thorsten Richter

Auch in diesem Jahr soll der Marktfrühschoppen wie gewohnt am ersten Sonntag im Juli stattfinden. Oberbürgermeister Egon Vaupel hat dem Veranstalter den Marktplatz zur Verfügung gestellt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr