Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Rückenwind für Sören Bartol

SPD wählt Bundestagskandidat Rückenwind für Sören Bartol

Prominenter Besucher beim Kreisparteitag der SPD - und Anerkennung für Bundestagsabgeordneten Sören Bartol. Nach starkem Votum der hiesigen Genossen bewirbt er sich zum fünften Mal ums Direktmandat für den Kreis im Bundestag.

Voriger Artikel
Schlossberglabor war Keimzelle der Behringwerke
Nächster Artikel
Manuela Schwesig: „Wir wollen ins Kanzleramt“

97,1 Prozent der Genossen wählten Sören Bartol (Mitte) erneut als Bundestagskandidaten der heimischen SPD. Der mit Bartol befreundete Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe (links) und SPD-Kreistags-Fraktionsvorsitzender Werner Hesse gratulierten.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Vor 15 Jahren habe er erstmals so vor den SPD-Mitgliedern gestanden, sagte Bartol am Samstagnachmittag im Cineplex in seiner Rede vorm Kreisparteitag. „Damals war ich 27 Jahre alt, war bei den Jusos, hatte kommunalpolitische Erfahrung gesammelt und wusste nicht wirklich, was mich in Berlin erwartet“, sagte der heute 42-Jährige, der nach vier Legislaturperioden in Berlin inzwischen zu den „alten Hasen“ gehöre, wie Gastrednerin und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig es später formulierte. Schon zu Beginn seiner bundespolitischen Laufbahn war für Bartol klar, dass er sich mit Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beschäftigen würde. Und bis heute ist dies der wichtigste Arbeitsschwerpunkt des Marburgers in Berlin. „Es geht um viel mehr als Beton. Es geht um funktionierende Städte, sie sind so wichtig für unsere Gesellschaft“, erklärte er und zog London mit seinen „Bürowüsten und Innenstädten, in denen kein Mensch die Mieten bezahlen kann“ als mahnendes Beispiel heran. Hingegen wirke das Programm Soziale Stadt, für das Bartol in Berlin mitverantwortlich ist, als „Schlüssel zur Integration“, was man in Marburg und Stadtallendorf sehen könne.

Die Kreis-SPD kürte während ihres Parteitages in Marburg am Samstag Sören Bartol erneut zum Direktwahl-Kandidaten für die Bundestagswahl 2017. Prominente Gastrednerin war Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Zur Bildergalerie

Bartol ging auf die ungeliebte Rolle der SPD als Junior-Partner in der Großen Koalition ein. Auch, wenn die Genossen sich für die nächste Legislaturperiode andere Möglichkeiten wünschen, sei es richtig gewesen, sich auf dieses Regierungsbündnis einzulassen, „auch, wenn’s schwer fällt“. So habe die SPD die Frauenquote und die Mietpreisbremse umgesetzt und „schlechte Ideen der Union wie die Maut wenigstens neutralisiert“. Die Mittel für die Wohnraumförderung habe die SPD verdreifacht, den Bundesländern 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und so durch „funktionierende Städte den Neiddebatten und der gefährlichen Spaltung in der Gesellschaft“ entgegengewirkt.

Bartol will am Thema Wohnraumförderung konzentriert weiterarbeiten. 40 Prozent ihrer Einkünfte oder noch mehr gäben die Deutschen fürs Wohnen aus, „das ist zu viel, deshalb muss der Staat wieder ins Wohnen investieren“. Dabei gehe es nicht nur um sozialen Wohnungsbau, der den Einkommensschwachen hilft, sondern auch um die Stärkung der unteren und mittleren Schicht beim Kauf von Wohneigentum als „wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge“. Bei der Arbeit am Bundesverkehrswegeplan gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will Bartol darauf drängen, dass der Bund heimische Projekte wie die Ortsumgehung Sterzhausen „endlich zur Baureife bringt“. Und er will dafür sorgen, „dass Geld für den Kirchhainer Bahnhof fließt“.

Genossen beleuchten Arbeit von Bartol

Über Bartols Arbeit in Berlin, seiner Arbeit im Wahlkreis, die Zusammenarbeit mit ihm in der SPD berichteten verschiedene Genossen, um den 42-Jährigen vor dem Parteitag zu unterstützen. Als Überraschung erschien dabei der Bundesaußenminister mit einem persönlichen Statement zu Bartol auf der Leinwand im Cineplex - die Kreis-SPD hatte den Videogruß organisiert. „Er hat Einfluss in der Bundestagsfraktion - und er macht diesen Einfluss für seine Heimat geltend“, sagte Frank-Walter Steinmeier. Und Bartols langjähriger Weggefährte und Bundestagskollege Dr. Sascha Raabe erklärte: „Sören hat Dobrindt gut im Griff, er zeigt zu jedem Thema klare Kante.“ Er brachte Bartol auch gleich als künftigen Bundesverkehrsminister ins Gespräch.

Bei der Wahl holte der 42-Jährige 132 von 136 Stimmen - und kam auf das Top-Ergebnis von 97,1 Prozent.

von Carina Becker-Werner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr