Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Rowdys verüben Salz-Attacke auf Baum

Natur-Frevel Rowdys verüben Salz-Attacke auf Baum

Wo um diese Jahreszeit eigentlich kräftige, rosa Blüten zu sehen sein sollten, hängen traurig graue, abgestorbene Knospen an dem jungen Bäumchen an der Schröcker Straße.

Voriger Artikel
Verwirrung um Schrotthandel
Nächster Artikel
Jules Hoffmann hält Vortrag

Der Ortsbeirat Schröck ist geschockt und zeigt den geschädigten, abgestorbenen Baum, den ein Unbekannter mutwillig mit großen Brocken Salz zerstörte: Harald Nahrgang (von links), Uwe Heuser, Uwe Nau, Jens Mengel-Vornhagen und Christian Geske.Foto: Ina Tannert

Schröck. Die erst vor kurzem gepflanzte und gut gepflegte Zierkirsche erscheint abgestorben, die Blätter an den Ästen sind braun und vertrocknet.

Der Grund: Ein Unbekannter hat mutwillig große Brocken Salz rund um den Stamm verteilt. Der Regen hat den giftigen Stoff in das Erdreich gespült, die Wurzeln der Pflanze sind stark angegriffen. „Wir sind entsetzt, das ist schon kriminell“, betonte Harald Nahrgang vom Ortsbeirat.

Die fingerdicken Salzbrocken sind in der Landwirtschaft als „Granit“ bekannt und werden zur Eindämmung von Moos genutzt.

Auf den ersten Blick wirken sie wie weiße Steine, es ist aber eindeutig Salz, erklärte Ortsbeiratsmitglied und Biologe Christian Geske, der den Fund untersuchte.

Das verstreute Salz wurde vor drei Wochen entdeckt, der Ortsbeirat räumte die vergiftete Erde umgehend weg, wahrscheinlich zu spät. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich der Baum erholt.

Die junge, erst dreieinhalb Meter hohe Kirsche wurde erst in diesem Frühjahr im Zuge der Dorferneuerung gepflanzt. Auf dem gepflegten Platz gegenüber des Bürgerhauses wurde zudem eine Bank aufgestellt. Der Bereich sollte zur Erholung und als kleiner Treffpunkt des Ortes dienen, der Baum eigentlich die Atmosphäre fördern und Schatten spenden.

Für Marburg entstand durch die mutwillige Zerstörung ein Schaden in Höhe von 700 Euro. Die Stadt erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt.

Der Ortsbeirat geht sogar noch weiter und setzt eine Belohnung von 100 Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zur Klärung des Sachverhaltes und Täterbestimmung des Naturfeindes führen. „Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, so eine Selbstjustiz-Attacke geht einfach nicht“, betonte Ortsvorsteher Uwe Heuser.

Der Ortsbeirat kann sich nicht erklären, wer etwas gegen einen dekorativen, bunt blühenden Baum an der Kreisstraße haben könnte. Auch die Schröcker Einwohner seien erschrocken und wütend auf den verantwortungslosen Salzstreuer.

Bürgerinitiative brachte Pflanzung auf den Weg

Die Pflanzung war seit fünf Jahren in Planung, wurde durch eine Bürgerinitiative des Ortes auf den Weg gebracht und in der Öffentlichkeit ausgiebig diskutiert.

Einwände gab es keine. Wenn sich ein Bewohner von dem Baum gestört fühlte, hätte er schon vorher Beschwerde einreichen können und nicht danach ein solch destruktives Verhalten an den Tag legen sollen, betont der Ortsbeirat.

Der beschädigte Baum steht gut sichtbar gegenüber dem Bürgerhaus. Ob der Täter dem örtlichen Verwaltungsorgan „eins auswischen wollte“, ist unklar.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr