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Routen-Revolution bei Schlossbus-Rundfahrt

Historische Bus-Tour Routen-Revolution bei Schlossbus-Rundfahrt

Die Stadtrundfahrten mit Marburgs historischem Schlossbus starten am Samstag, 29. März - und die Strecke wird erstmals über Neustadt und Wettergasse durch die komplette Oberstadt führen.

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Startschuss für die Schlossbus-Touren: Albert Thöne (von links), Martin Klehm, Paul Bernowitz und Wilfried Geiger sind ab Ende März mit dem 1969 in Dienst gestellten Fahrzeug unterwegs, um Besuchern Marburgs Geschichten zu erzählen. Foto: Björn Wisker

Marburg. Der rollende Blickfang knattert los: Die neue Route des historischen Schlossbusses, der dieses Jahr 45. Geburtstag feiert, sorgt dafür, dass von den Aktiven des Vereins Nahverkehrsgeschichte neue Anekdoten ausgekramt werden. So etwa, wenn es von der Etappe Elisabethkirche über den Steinweg in Richtung Marktplatz gehen wird.

„Die ersten Wasserleitungen in der Stadt waren aus Erlenholz. Geschlagen wurde das häufig in der Ecke, wo wir heute die Straße Erlengraben haben“, erzählt Wilfried Geiger, Gästeführer, der im Schlossbus in die Rolle von Christian - dem legendären Kofferträger vom Hauptbahnhof - schlüpfen wird.

Erstmals vorbei an früherem Spielwarengeschäft

Auch zu dem auffälligen Haus am Steinweg, das mit Klinkern geschmückt ist, hat er während des Vorbeifahrens einige Sätze parat - und zwar, dass die Fassade das Resultat eines Experiments gewesen ist. Vorbei geht es erstmals auch am Haus des ehemaligen Spielwarengeschäfts Schaaf in der Wettergasse. „Da haben sich die Kinder am Schaufenster jahrzehntelang die Nase platt gedrückt“, sagt Geiger. Das Weltereignis „Marburger Religionsgespräch“ ist Thema zwischen Marktplatz und Landgrafenschloss. Geiger wird darüber sprechen, dass es einer nahen Druckerei zu verdanken war, dass die Ergebnisse des Gelehrten-Treffens schnell verbreitet wurden. Zwischen Ende März und Ende Oktober werden Geiger und Co. all das historisch Bedeutsame, das aus dem Stadtbild Verschwundene sowie die Skurrilitäten der Universitätsstadt aufarbeiten.

Viele Geschichten kommen den Bus-Fans und Hobby-Historikern spontan in den Sinn, sie knüpfen an Erinnerungen an, die bisweilen Fahrgäste erzählen.

„Gerade dann, wenn wir mit älteren Marburgern fahren, möchten viele gerne noch etwas zu ihren Geburtshäusern sagen. Manchmal fällt einem dann noch etwas Passendes ein“, sagt Geiger.

In der Vergangenheit knatterten sie eineinhalb Stunden durch die Stadt. Nun haben die Organisatoren die Fahrtdauer um 30 Minuten verlängert. „Das entzerrt den Zeitplan und lässt Raum für Erzählungen unserer Fahrgäste“, sagt Geiger.

Viele, die in Marburg aufgewachsen sind, die an der Universität lernten und lehrten, zu Besuch kommen, verbinden mit Häusern wie dem Luisabad (heute steht dort das Volksbank-Gebäude) oder dem Schlachthof (heute steht dort das Cineplex-Kino) Erinnerungen an ihre Kindheit, Jugend, das Studium.

Originalkennzeichenwird angeschraubt

Die Aufhübsch-Arbeiten an dem 1969 in Dienst gestellten Fahrzeug gehen indes weiter. Da nun das alte, originale Kennzeichen MR-X-191 bei den Verkehrsbehörden freigeworden ist, schrauben die Nahverkehrsgeschichtler dieses Nummernschild bald an den Bus. Auch wird ein zweiter Zielfilm ins Innere montiert.

Abfahrtszeiten
  • Sowohl um 14 als auch 17 Uhr startet am jeweils letzten Samstag im Monat (zwischen März und Oktober) die Schlossbus-Fahrt am Elisabeth-Blochmann-Platz.
  • Die Strecke führt unter anderem zur Elisabethkirche, zum Landgrafenschloss, durch die Oberstadt und das Südviertel.

von Björn Wisker

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