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Rotaugen siedeln im neuen Lahn-Nebenarm

Ausweichfläche für Hochwasser Rotaugen siedeln im neuen Lahn-Nebenarm

Die sogenannte Furkationsrinne verläuft neben dem Fuß- und Radweg vom Drehsteg Richtung Elisabethbrücke.

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Dieses Gewässer bietet Lebensraum für Fische, die wenig Strömung vertragen.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) stellte die 200 Meter lange Furkationsrinne, einen künstlich angelegten Nebenarm der Lahn, der Öffentlichkeit vor.

Der Drehsteg ist ein 2011 errichteter Übergang über die Wildwasser-Kanustrecke „Schwarzes Wasser“. Er verbindet den Radweg entlang der Lahn unterhalb der Uferstraße von Süd nach Nord.

Der Nebenarm dient dazu, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum mit wenig Strömung zu bieten. „Davon profitieren Fische wie Rotaugen, die sich wegen ihres Körperbaus schlecht in der Strömung halten können“, sagt Werner Plaßmann vom Fachdienst Tiefbau der Stadt, der für die Planung und Bauleitung verantwortlich war.

Für Jungfische der Arten Hasel und Döbel sollen noch die Wurzelstöcke der für den Umbau gefällten Bäume ins Wasser gelegt werden. „Das Totholz ist ein beliebtes Versteck für kleinere Fische“, erklärt Plaßmann. Am Ufer wurden Röhrichtpflanzen wie Rohrkolben gepflanzt.

Die letzten Baumaßnahmen wurden im Frühjahr abgeschlossen. Mehrere Hochwasser im Winter hatten den Bordstein in der Rinne freigelegt, ein Überbleibsel des früheren Parkplatzes an dieser Stelle. Er wurde entfernt. Zudem wurde der Splitt an der Bank durch Natursteinpflaster ersetzt, das nicht so leicht weggespült werden kann.

Der Nebenarm dient der Lahn auch als Ausweichfläche bei Hochwasser. Damit die Ufer nicht fortgespült werden, steht am Einlauf ein Strömungslenker. Das Projekt hat insgesamt 55000 Euro gekostet.

„Noch vor 50 bis 60 Jahren gab es im Bereich der Stadtautobahn und der Philosophischen Fakultät Nebenarme der Lahn, die nicht ganzjährig mit Wasser durchflutet waren“, erklärt Kahle. Mit der Furkationsrinne komme man nun dem ursprünglichen Zustand etwas näher. Bereits in den 80er- und 90er-Jahren seien inzwischen wieder trocken gelegte Tümpel nahe der Mensa angelegt worden. Zudem sei im Gebiet Auf der Weide ein Nebenarm geschaffen worden.

von Freya Altmüller

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