Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Rot-Grün sucht das Ass im Ärmel

OB-Kandidatensuche Rot-Grün sucht das Ass im Ärmel

Der Marburger SPD-Vorstand hat über die weiteren Schritte bei der Kandidatensuche für die OB-Wahl im Juni beraten. Einen Ersatz für den erkrankten Matthias Acker gibt es bisher jedoch noch nicht.

Voriger Artikel
Zu schnell durch die Stadtwaldstraße?
Nächster Artikel
24 Stunden Marburg: OP-Redakteur Thomas Strothjohann auf Abschiedstour

Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Spies (SPD, von links), Kreistagsabgeordnete Nadine Bernshausen (Grüne), Sportamtsleiter Björn Backes und Bürgermeister Dr. Franz Kahle sind mögliche Kandiaten für den OB-Posten.

Quelle: Sven Geske

Marburg. Darüber, was Dienstagabend hinter verschlossenen Türen besprochen wurde, wollte SPD-Stadtverbandsvorsitzende Monika Biebusch am Mittwoch noch nichts Konkretes sagen. „Es war eine gute Sitzung“, so Biebusch.

Ob bereits über Kandiaten gesprochen wurde, wollte sie jedoch nicht verraten. „Das, was wir beredet haben, möchten wir zunächst einmal in den nächsten Tagen mit den Grünen besprechen“, sagte sie. Klar sei jedoch, „dass sich die Stärke der SPD in der Kandidatensuche wiederfinden muss.“ Bezüglich der Parteimitgliedschaft wolle sie dennoch „nichts ausschließen und nichts zusagen“. Lediglich eine Unterstützung des CDU-Kandidaten Dirk Bamberger, konnte Biebusch definitiv verneinen.

Rink und Laumer wollen nicht kandidieren

Einige der möglichen Anwärter scheiden allerdings jetzt schon aus. So steht beispielsweise der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtparlament, Steffen Rink, nach OP-Informationen aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung. Auch Ralf Laumer möchte nicht kandidieren. „In den letzten Tagen bin ich in dieser Frage oft kontaktiert worden“, gesteht er. Doch: „Ich habe im Landkreis eine Aufgabe übernommen, die mir Spaß macht und mich ausfüllt. Daher kommt eine Kandidatur für mich unter den gegebenen Umständen nicht in Frage.“

Laumer hätte bereits Erfahrung aus dem Marburger Rathaus vorzuweisen gehabt. Zwar führte er dort noch kein politisches Amt aus, begleitete aber das Geschehen bis Mai 2014 als Pressesprecher. Der SPD-Stadtverordnete ist inzwischen Leiter des Büros der Landrätin Kirsten Fründt.

Kirsten Fründt möchte Landrätin bleiben

Fründt „wäre sicherlich in der Diskussion, wenn ich nicht Landrätin wäre – auch von meiner Seite aus“, sagt sie. Sie sei bereits mehrfach darauf angesprochen worden und es gebe scheinbar „eine Menge Menschen, die das für möglich halten“. Aufgrund ihres aktuellen Amtes sei ein Wechsel jedoch keine Option. „Ich bin hier sehr glücklich“, so Fründt.

Eine „große Lösung“ aus den SPD-Reihen scheint dennoch nicht ausgeschlossen. Sören Bartol hegt zwar keine Ambitionen und ist „gerne stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag“, Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Spies wollte eine Kandidatur jedoch auf Anfrage nicht ausschließen. Er hatte der OP bereits am Dienstag mitgeteilt, „nicht kategorisch Nein sagen“ zu können.

Ein weiterer möglicher OB-Kandidat aus Reihen der SPD wäre Björn Backes. Der Sportamtsleiter der Stadt gab sein Mandat als Stadtverordneter im vergangenen Jahr ab, um seine Vorgängerin abzulösen, die das Amt als Karrieresprungbrett nutzte: Kirsten Fründt.

Außenseiterchancen könnte zudem auch Pascal Barthel haben. In der Stadtpoltitik trat er bisher nicht in Erscheinung, kennt sich als Sprecher der Stadtwerke Marburg jedoch in einigen relevanten Themen aus. Mit seinen 30 Jahren wäre der hessische Juso-Vorsitzende jedoch eine ungewöhnlich junge Lösung.

Doch auch eine magistrats-erfahrene Personalie wäre im Prinzip denkbar. Dr. Kerstin Weinbach ist beispielsweise seit 2005 Stadträtin und wäre eine der wenigen Frauen, die innerhalb der Partei in Frage kämen. Für ein Statement war sie in den vergangenen Tagen nicht erreichbar.  Dass sie den Stress des Wahlkampfs und des OB-Amtes auf sich nimmt, erscheint unwahrscheinlich. 2012 hatte die Alleinerziehende bereits angeregt eine zweite Teilzeitstelle als Stadträtin einzurichten, um Aufgaben abgeben zu können.

Grüner Kandidat „kein Affront“ gegen Kahle

Im Magistrat sitzt darüber hinaus aber auch Dr. Franz Kahle (Grüne), der vom Fraktionsvorsitzenden seiner Partei, Dietmar Göttling, als gemeinsamer rot-grüner Bewerber ins Spiel gebracht wurde. „Das wäre natürlich eine Option für mich“, sagt Kahle. Er könne sich jedoch „ohne Rücksprache nicht weiter dazu äußern“.

Man müsse zunächst abwarten, ob dies überhaupt eine realistische Variante in den Beratungen sei, „grundsätzlich kann man sich aber über andere Dinge als Ausgleich verständigen. Etwa über Amtszeiten oder die Komplettierung des Magistrats“. Ob nun gemeinsamer oder eigenständiger grüner Kandidat – „wir lassen uns verschiedene Optionen offen“, so Kahle. Sollte sich die Koalition auf einen grünen Anwärter einigen, der nicht er selbst sei, „würde ich das auch nicht als persönlichen Affront empfinden“.

So gilt auch Kahles Ehefrau Ina-Nadine Bernshausen, Richterin und Mitglied im Kreistag, als mögliche Kandidatin. Parteiintern sollen sich die Grünen bereits darauf geeinigt haben, eine Frau ins Rennen zu schicken, für den Fall, dass Kahle nicht antritt.

SPD und Grüne müssen, ebenso wie alle anderen Parteien ihren Kandidaten bis spätestens 66 Tage vor der Wahl benannt haben, erläutert Wahlleiter Helmut Hofmann. Da die Wahl für den 14. Juni angesetzt ist, ist dies der 9. April. „Mitte Februar wird es zudem von uns aus einen Aufruf zur Einreichung der Wahlvorschläge geben“,  so Hofmann.

von Peter Gassner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr