Marburg. Die Grünen-Fraktion berät derzeit über den Fortbestand der rot-grünen Koalition nach der privaten Millionenspende des Unternehmers Dr. Reinfried Pohl.
Noch wurden keine Beschlüsse gefasst, aber das Verhältnis zwischen SPD und Grünen ist so schlecht wie noch nie in den vergangenen 15 Jahren ihres Bündnisses.
Das Verhalten des Oberbürgermeisters Egon Vaupel (SPD) im Umgang mit der Spende in Höhe von vier Millionen Euro an die Stadt habe zu einem Vertrauensverlust in der rot-grünen Koalition geführt, sagte Grünen-Fraktionschef Dietmar Göttling gegenüber der OP. „Solch einen Vertrauensbruch habe ich noch nie zuvor in den 15 Jahren der Koalition erlebt“, erklärte Göttling. Vaupel hätte von Beginn an alle Fraktionsvorsitzenden über Spende und Spender informieren müssen.
Stattdessen habe er mit Roger Pfalz einen CDU-Mann eingeweiht. Göttling weiter: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Stadt die Spende annehmen soll.“
Die Grünen haben den Koalitionsvertrag am Freitag gebrochen, als sie im Parlament nicht gemeinsam mit der SPD gestimmt haben, sagte dagegen der SPD-Stadtverordnete Ulrich Severin. Das sei ein „unmögliches Verhalten“.
Im Internet und bei nicht repräsentativen OP-Umfragen reagieren die Marburger differenziert auf die Millionenspende. Viele sorgen sich um die Unabhängigkeit der Politik in der Stadt.
von Till Conrad und Anna Ntemiris
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