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Rot-Grün-Schwarz - eine "sachliche Koalition"

ASta Uni Marburg Rot-Grün-Schwarz - eine "sachliche Koalition"

Rot, Grün und Schwarz: Mit dieser ungewöhnlichen politischen Farben-Kombination wird die neue sechsköpfige Studierenden-Regierung an der Uni Marburg gebildet.

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Sie bilden einen Teil des neuen Asta (von links): Christopher Vosschulte (RCDS), Jan Sollwedel (Grüne), Senatsmitglied Zhou Ji Chen (als Vertreter der Jusos beim OP-Gespräch) und Karla-Katharina Foof.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten ist der Ring Christlich Demokratischer Studierender (RCDS) wieder im Vorstand des Allgemeinen Studierendenausschusses vertreten (Asta). Mindestens genauso überraschend ist aber die Aufzählung der Koalitionspartner: Die hochschulpolitischen Nachwuchsgruppen von SPD (Jusos) und Grünen sind mit den Christdemokraten eine Koalition eingegangen, die eine knappe Mehrheit im 41 Sitze umfassenden Parlament besitzt und seit wenigen Wochen den einige Jahre lang amtierenden Asta aus autonomen und linken Gruppierungen abgelöst hat.

Bei den Koalitionsverhandlungen waren sich die Jusos und die neue grüne Hochschulgruppe schnell einig geworden. Inhaltlich habe es dann aber auch mit dem RCDS sehr viele Übereinstimmungen gegeben, berichtet Jan Sollwedel, für die Grünen im neuen Asta-Vorstand, im Gespräch mit der OP. Bei manchen Leuten im linken Spektrum stoße die neue Konstellation vielleicht auf Unbehagen. Doch Sollwedel wirbt für die neue „Koalition der Sachlichkeit“. Sollwedel berichtet, dass der Vorgänger-Asta in der Wahrnehmung vieler Studenten zu viele Themen nicht angepackt habe und sich außer dem Einsatz für das Semesterticket fast nur noch mit sich selbst und dem Kampf gegen Rechtsextremismus beschäftigt habe.

Es ist einiges schiefgelaufen

Auch aus Sicht des neuen Asta-Vorstands Christopher ­Vosschulte (RCDS) ist beim letzten Asta einiges schiefgelaufen. „Absolute Intransparenz“ und ein „nicht nachvollziehbarer Haushalt“ sowie eine Blockadepolitik gegenüber Uni-Leitung und Stadt beispielsweise in Sachen Wohnungsbau zählt er als Kritikpunkte auf. „Aber wir vertreten als Asta mehr als 25000 Studenten und haushalten mit ihrem Geld. Da ist für Experimentierstuben kein Platz“, meint Vossschulte. In einem Koalitionsvertrag haben sich Rot, Grün und Schwarz unter anderem darauf geeinigt, dass sie die Asta-Erstsemester-Party, die einige Jahre nicht stattfand, wiederaufleben lassen wollen.

Auch für eine Neubelebung des Uni-Sommerfestes wollen sie sich bei der Uni-Leitung einsetzen, erklärte Sollwedel. RCDS, Jusos und Grüne wollen aber auch gemeinsam gegen rechtsxetreme Studentenverbindungen Stellung beziehen und die Marburger Erklärung, die eine Distanzierung von ultrarechtem Gedankengut enthält, an alle Verbindungen schicken. „Wir wollen ernst machen, und sehen, wer sie unterschreibt“, sagt Sollwedel. Außerdem will der neue Asta verstärkt auf Härten in Studien- und Prüfungsordnungen schauen, sich für mehr vegane Gerichte in der Mensa einsetzen und auch weiterhin auf Verbesserungen für Radfahrer wie ein Rad-Ausleihsystem einsetzen.

Alle Kern-Referate wie das Hochschulpolitische Referat, das Verkehrsreferat oder die Referate für Frauen und Gleichstellung werden beibehalten. Abgeschafft werden aber einige aus Sicht des neuen Asta überflüssige Referate wie das für Religionskritik. Möglichst bald wollen die neuen Asta-Verantwortlichen ihre Pläne und Ideen auch auf der Asta-Homepage darstellen. Aufgrund technischer Probleme sei dieses bisher noch nicht möglich gewesen, bedauern Sollwedel und Vosschulte. So ist dort noch weitgehend die Selbstdarstellung der Vorgänger zu finden.

von Manfred Hitzeroth

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