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Ringen um Standort für Firmanei-Markt

Politische Debatte entbrannt Ringen um Standort für Firmanei-Markt

Weg vom Firmaneiplatz, hin auf den Vorplatz der Elisabethkirche: Die CDU fordert die Verlegung der Marktstände auf die südöstliche Seite des Gotteshauses. Dadurch würden an Samstagen neue Parkplätze in der Innenstadt geschaffen.

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Der Wochenmarkt soll vom Firmaneiplatz auf den Vorplatz der Elisabethkirche verlegt werden – oder aber, wie die SPD fordert, an das obere Ende der Ketzerbach. Archivfoto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Auf dem Firmaneiplatz solle während des Markts Kurzzeitparken möglich sein. Zudem solle die Firmanei-straße für die Zeit von 7 bis 13 Uhr für den Verkehr geöffnet, dortige Parkflächen genutzt werden können. Von solch einem Schritt würden sowohl Kunden als auch Händler profitieren. Das geht aus einem Antrag der CDU hervor, über den morgen in der Stadtverordnetenversammlung entschieden wird. Schon im Verkehrsausschuss entbrannte eine Diskussion zu dem Vorstoß.

„Seit dem Wegfall der Parkplätze entlang der Deutschhausstraße und durch Absperrung von Parkplätzen vor dem Fachbereich Geographie sowie die nun weggefallenen Parkplätze am Pilgrimstein, kommen sehr spürbar weniger Kunden auf diesen Wochenmarkt“, sagt Anni Röhrkohl, CDU-Stadtverordnete. Der Wochenmarkt werde besonders von Anwohnern aus der Marbach, Wehrda und der Nordstadt sowie dem Ortenberg besucht. Erreichbar sei er für Kunden bisher auch durch gute Auto oder Busanbindung gewesen. „Gerade Ältere sind nunmal auf das Auto angewiesen, in so einer hügeligen Stadt sowieso“, sagt Röhrkohl. Obwohl es erklärtes Ziel der Kommunallpolitik sei, die Wochenmärkte zu stärken, geschehe derzeit das Gegenteil. „Die Parkplatz-Veränderungen rund um den Firmaneiplatz haben diesen Wochenmarkt in arge Schwierigkeiten gebracht“, sagt sie. Zu korrigieren sei diese Entwicklung nur durch eine zügige Standort-Verlegung - auf den Vorplatz der Elisabethkirche.

„Das entspricht mittlerweile auch dem Willen des Kirchenvorstands“, sagt Röhrkohl. Etwaige Einkünfte aus der Verpachtung der Plätze könne die Elisabeth-Kirchengemeinde erhalten. Diese Einnahmen könnten wiederum für die Pflege der bedeutenden Elisabethkirche genutzt werden und dem Kirchenvorstand helfen, die aktuellen Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten.

Sorge um Steinboden undKritik an Parkplatz-Idee

Konter von Bürgermeister Franz Kahle (Grüne): „Die Steine auf dem Kirchenvorplatz drohen unter der Last der Wagen und Stände kaputt zu gehen.“ Er warte jedoch noch eine Einschätzung des Tiefbauamts ab, wie es um die Festigkeit tatsächlich bestellt ist. „Aber wenn diese einst für viel Geld verlegten Steine Risse bekommen, will ich nicht wissen, was an Diskussionen los ist“, sagt Ralf Musket (SPD). Er schlägt die Verlegung des Wochenmarkts von Firmaneiplatz in die Ketzerbach vor, auf den Platz am Ausgang von Zwischenhausen. „Auf diesem Platz sind doch dieselben Steine verlegt wie vor der E-Kirche“, entgegnet Michael Weber (Piratenpartei). Kahle erklärt: Der Untergrund sei jedoch stabiler.

2016 wird der Firmaneiplatz umgebaut. Die SPD sperrt sich daher gegen eine Übergangslösung, will eine grundsätzliche Entscheidung zum Wochenmarkt. „Es ist schädlich, mehrmals den Standort wechseln zu müssen“, sagt Thorsten Büchner (SPD). „An der Ecke Zwischenhausen umgehen wir die meisten Probleme, gut erreichbar ist der Markt dort auch“, sagt Musket.

„Aber der Charme, dass der Markt bei der Kirche bleibt, ist viel größer“, meint Hermann Uchtmann (Marburger Bürgerliste). Der Ketzerbachplatz sei ohnehin viel zu klein, sagt Röhrkohl. Der Handlungsbedarf wegen schwindender Kundenzahlen bestehe zudem jetzt, 2014, nicht erst 2016.

Auch an den CDU-Vorschlägen, an Markttagen Parkplätze in der Firmaneistraße auszuweisen und diese vorübergehend für Autos zu öffnen, gibt es Kritik: „So eine Idee winkt Verkehr in eine Ecke der Stadt, wo wir weniger Verkehr haben wollen“, sagt Henning Köster (Linke). Der Reiz, Ampeln zu umgehen und Wege abzukürzen, sei zu groß. Diese kleine Straße sei „ohnehin eine der wenigen in Marburg, wo man als Fußgänger oder Radfahrer mal durchatmen kann“. Lieber solle die Bushaltestelle wieder als Kurzzeitpark-Zone eingerichtet werden.

„Das ist doch keine Wohnstraße, nur Institute sind dort. Stören würde das niemanden, aber vielen helfen“, sagt Karin Schaffner (CDU). Problem: Die vorhandenen Stellflächen sind als Anwohnerparkflächen reserviert, das müsste Kahle zufolge dann aufgehoben werden.

von Björn Wisker

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