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Riese kriecht aus der Erde

Bei Emsdorf entstehen Superwindräder Riese kriecht aus der Erde

Bisher war von der Großbaustelle des bei Emsdorf entstehenden Windparks kaum etwas zu sehen. Das wird sich jetzt ändern.

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Das gewaltige Betonfundament für das Windrad Nummer drei (unterer Ring) ist gegossen, ebenso die „Grundmauer“, die die unteren Beton-Elemente des 140,6 Meter hohen Hybrid-Turms aufnehmen wird (oberer Ring). Foto: Matthias Mayer

Emsdorf. Das Wiesbadener Unternehmen Abo Wind baut auf dem Hochplateau südlich von Emsdorf drei Windkraftanlage, zwei weitere werden im benachbarten Langensteiner Interessentenwald entstehen. Zudem entwickelte Abo Wind am Kirchhainer Stadtteil Sindersfeld zwei Windkraft-Standorte, von denen sich allerdings nur einer als genehmigungsfähig erwies. Ein Standort scheiterte an der Nähe zum Schönstädter Flugplatz (die OP berichtete).

Am größten ist der Baufortschritt an den drei Emsdorfer Windrädern. Dort sind die Gründungsarbeiten weitgehend abgeschlossen und die drei Windradriesen kriechen langsam aus der Erde. Derzeit sind die Bauleute damit beschäftigt, die Verschalungselemente der Fundamente mithilfe von Autokränen zu demontieren.

Und die Fundamente, die die mit 140,6 Metern Nabenhöhe künftig höchsten Gebäude des Landkreises zu tragen haben, beeindrucken mit ihren Abmessungen. Der Durchmesser misst stolze 21,5 Meter, was eine Grundfläche von 364 Quadratmetern entspricht. 614 Kubikmeter Beton werden den Windrad-Maschinen vom Typ Nordex 117 die notwendige Standfestigkeit geben.

Schwertransporterollen ab dem 7. Oktober

Die Nordex-Türme werden in der Hybrid-Bauweise gefertigt. Das bedeutet: zunächst setzen Fachleute aus Betonfertigteilen einen 78,80 Meter hohen Turm zusammen. Dieser wird durch Stahlelemente um weitere 58 Meter wachsen. Gekrönt wird der Turm durch die Gondel, das mit 113 Tonnen Gewicht schwerste Bauteil. Die Gondel beherbergt den Generator und die Nabe, an die schließlich der 59 Tonnen schwere Rotor angesetzt wird. Dies wiederum geschieht durch ein spektakuläres Kran-Manöver in luftiger Höhe.

Die Zeit der nächtlichen Schwertransporte steht unmittelbar bevor. Alexander Koffka, Pressesprecher von Abo Wind, teilte auf OP-Anfrage mit, dass die Betonbauteile in der Zeit vom 7. bis zum 11 Oktober angeliefert werden. Der Aufbau geht dann relativ schnell. Die neuen Windkraftanlagen sollen noch in diesem Jahr ans Netz gehen.

Der Windrad-Typ Nordex 117 wurde eigens für windschwache Regionen, zu denen auch Oberhessen gehört, konzipiert. Mit ihrem ungewöhnlich großem Rotordurchmesser von 117 Meter erreicht die Maschine einen Leistung von 2,4 Megawatt. Exakt diese Leistung weisen auch die großen Enercon-Türme auf, die im benachbarten Windpark zwischen Erksdorf und Speckswinkel stehen. Diese Maschinen haben deutlich kleinere Rotoren, erreichen aber dank ihrer getriebefreien Technik ebenfalls 2,4 Megawatt Leistung.

von Matthias Mayer

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