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Richtsberg-Mieter: Einige Familien erhalten neue Wohnung

Nach Aufruf in der OP Richtsberg-Mieter: Einige Familien erhalten neue Wohnung

Nach dem Appell der von einem Brand betroffenen Richtsberg-Mieter wird in der Politik auch die Marburger Linke aktiv. Sie fordert, dass der Magistrat 10 000 Euro Belohnung für die Ergreifung des Brandstifters aussetzt.

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Gül und Benno Hinkel müssen mehrmals wöchentlich zwischen Richtsberg und ihrem Notquartier pendeln. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Nachdem die Hausversicherung des Gebäudes „Am Richtsberg 88“ bereits 5000 Euro Belohnung ausgelobt hat, um den unbekannten Brandstifter zu ermitteln, will Henning Köster (Linke) die Summe auf 10 000 Euro - aus Steuergeldern - verdoppeln. „Es erscheint dringend erforderlich, auch den öffentlichen Ermittlungsdruck zu verstärken. Gerade die Stadt muss nachhaltig ihr Interesse an der Aufklärung des Brandes bekunden. Die Aussetzung einer Belohnung würde dies nachdrücklich deutlich machen“, heißt es in einem Antrag an das Stadtparlament, welcher der OP vorliegt. Die Wohnsituation müsse ebenfalls geändert werden: „Die Wiederherstellung einer menschenwürdigen Unterbringung der Betroffenen ist nicht allein als Aufgabe des Studentenwerks“, sagt Köster.

Auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) schaltet sich in die Debatte um die Notunterkünfte ein: „Ich bedaure es sehr, dass ein Rückzug in diesem Jahr vermutlich nicht mehr möglich sein wird. Ich kann absolut nachvollziehen, dass diese Situation für alle Bewohner mehr als unbefriedigend ist. Ich versichere, dass momentan alles getan wird, um einen schnellen Rückzug in das Zuhause zu ermöglichen. “, sagt Vaupel.

Drei Familien, die aktuell in Notquartieren leben, bekommen laut Vaupel in Kürze eine vom Magistrat vermittelte Wohnung. Das soll ein erster Schritt zur „Entschärfung der Situation“ sein, es werde „auch wenn es nach Stillstand aussieht, fieberhaft am Problem gearbeitet.“ Das bezweifelten viele Mieter zuletzt: „In der ersten Zeit nach dem Brand wurde täglich gearbeitet, seit Wochen tut sich aber Innen wie Außen nichts mehr“, sagte Amin Soltani, Physikdoktorand, im Gespräch mit der OP.

Hintergrund: Seit rund fünf Monaten lebt ein Großteil der 280 Mieter in verschiedenen Notunterkünften - vor allem im Altenzentrum Sudetenstraße und in ehemaligen Kindergärten. Am 24. Juni brach im Keller des Studentenwohnheims - offenbar durch Brandstiftung - ein Feuer aus. Zunächst war ein Wiedereinzug für September geplant, doch Gutachter verlangen eine Modernisierung des Brandschutzes. Das Konzept liegt dem Studentenwerk noch nicht vor, weshalb sich der Bezug des Hauses „Am Richtsberg 88“ mindestens bis Anfang 2015 verzögert.

Kürzlich haben die Mieter eine Internet-Petition gestartet (mittlerweile rund 800 Unterzeichner), um unter anderem die Hilfe des Magistrats zu erbitten. Im größten Studentenwohnheim Marburgs leben hauptsächlich Familien und ausländische Hochschüler.

Die Begründung für die Petition der Mieter finden Sie im Internet:

https://www.openpetition.de/petition/online/perspektiven-fuer-die-bewohner-des-wohnheimes-am-richtsberg-88-marburg

von Björn Wisker

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