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Richter warnt vor Job-Verlust

Klinikum Richter warnt vor Job-Verlust

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes birgt für die Beschäftigten der Uni-Klinik große Risiken - bis hin zur Kündigung.

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Der hessische Löwe und das Uniklinikum. Viele Mitarbeiter stecken jetzt im Dilemma. Wer sein hart erkämpftes Recht wahrnimmt, könnte den Job verlieren.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Juristisch ist es ein Sieg. Doch der könnte viele der 8000 betroffenen Klinik-Mitarbeiter unter Umständen sogar den Job kosten. Das bestätigt Hans Gottlob Rühle, Direktor des Marburger Arbeitsgerichts. Nach dem Urteil haben die Beschäftigten zwar grundsätzlich das Recht, ihrer zwangsweisen Überführung aus dem Landesdienst in den Privatsektor zu widersprechen.

Bei der Klinikprivatisierung 2006 hatten sie diese Wahl nicht. Deshalb hatten einige der Beschäftigten geklagt. Das Land Hessen muss die Mitarbeiter wohl wieder zurücknehmen, hat aber selbst zu wenige Stellen im medizinischen Sektor. „Das Land hat keine eigenen Kliniken, also auch keine Arbeit. Damit drohen betriebsbedingte Kündigungen wegen Wegfalls des Arbeitsplatzes“, erklärt Experte Rühle.

Ein Risiko, das der Gesetzgeber dem Arbeitnehmer überlässt. Wer sein Recht wahrnimmt, könnte am Ende ohne Job dastehen. Die betroffenen Uni-Mitarbeiter sind ratlos. Auch der Betriebsrat kann im Moment keine Handlungsempfehlung geben.
Arbeitsgerichtsdirektor Rühle warnt vor voreiligen Schritten: „Besser Finger weg“, sagt er im Gespräch mit der Oberhessischen Presse.

Er rät, erst einmal die rechtliche Regelung abzuwarten, die das Land Hessen bis zum Jahresende treffen muss. Das Bundesverfassungsgericht hatte Mitte dieser Woche die Privatisierung des Marburger Uni-Klinikums in Teilen für verfassungswidrig erklärt.

von Axel Ehrlich

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