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Richter-Plettenbergs Zick-Zack-Kurs

SPD-Austritt Richter-Plettenbergs Zick-Zack-Kurs

Sinneswandel bei Michael Richter-Plettenberg? Oder hat die SPD dem Amöneburger Bürgermeister doch so schlagende Argumente geliefert, in der Partei zu bleiben?

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Hand hoch - gegen den Haushalt. Michael Richter-Plettenberg lehnte als einziger in der SPD den Kreishaushalt 2016 ab.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Jedenfalls blieb am Freitag im Kreistag die vielerseits mit Spannung erwartete Erklärung von Michael Richter-Plettenberg aus. Der Amöneburger Bürgermeiter hatte am Dienstag gegenüber der OP erklärt, an diesem Freitag aus Protest erstens sein Kreistagsmandat niederlegen zu wollen und zweitens aus der SPD auszutreten. Die Gründe: Zum einen eine Haushaltspolitik auf Kreisebene, die zu sehr zu Lasten der Kommunen gehe. Zum anderen die Tatsache, dass die SPD auf seine Mitarbeit im Kreistag offensichtlich keinen Wert mehr legt - denn Richter-Plettenberg wurde für die Kommunalwahl 2016 nicht mehr auf die Liste genommen.

So formulierte der Amöneburger Bürgermeister, er sei „bitter enttäuscht“ und werde der Partei und der Mitarbeit über die Grenzen seiner eigenen Kommune hinaus nun den Rücken kehren. In den vergangenen Tagen gab die SPD-Spitze trotz mehrmaligen Nachfragens seitens der OP keine Erklärung zu den Sachverhalten ab - man wolle erst abwarten, bis Michael Richter-Plettenberg sich offiziell positioniere, ließ schließlich Unterbezirksvorsitzender Sören Bartol verlauten.

Richter-Plettenberg gab keine Erklärung ab

Einen Kreistag mit Knalleffekt gab es dann am Freitag zwar trotzdem, nur hatte Richter-Plettenberg damit nichts zu tun. Er verfolgte die Sitzung weitgehend schweigend und gab auch keine persönliche Erklärung ab. Auf Nachfrage der OP gab er an, bereits alles gesagt zu haben. Sein Kreistagsmandat werde er, wie angekündigt, noch zurückgeben - und das mit dem Parteiaustritt wolle er sich nun doch noch mal überlegen, nachdem SPD-Kollegen ihm gesagt hätten, er möge doch dabei bleiben. „Mal schauen“, meinte Richter-Plettenberg, „eigentlich stehe ich ja zu dem, was ich sage.“

Und dann war da am Rand der Kreistagssitzung noch etwas. So schweigsam die SPD-Spitze dann in den vergangenen Tagen zur Angelegenheit Richter-Plettenberg auch war - so dringend musste Werner Hesse dann noch etwas loswerden. Zum Thema Andreas Schulz. Dieser hatte der OP, ausgelöst durch Richter-Plettenbergs Ankündigung, am Mittwoch berichtet, wie die Kreistagsfraktion seinerzeit mit ihm verfahren sei, dass man ihm per SMS mitgeteilt habe, dass er raus sei aus dem Haupt- und Finanzausschuss. Das lässt Hesse nicht auf sich sitzen. „Ich weiß ja nicht, wer da eine SMS geschrieben hat, aber ich habe Herrn Schulz am Tag nach dieser Entscheidung ordentlich per E-Mail darüber informiert, dass er im Ausschuss nicht mehr mitarbeiten wird. SMS sind gar nicht mein Stil.“ So viel dazu.

von Carina Becker

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