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Reste von ehemaligem Stadttor gefunden

Barfüßertor Reste von ehemaligem Stadttor gefunden

Bei Bauarbeiten wurden Reste des ehemaligen Barfüßertors entdeckt, die von Mitarbeitern des Freien Institutes für Bauforschung untersucht wurden.

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Marburg. Für die Marburger Bauforscher, aber auch für den Marburger Bauamtsleiter Jürgen Rausch war die Zufallsentdeckung etwas ganz Besonderes. Bei Bauarbeiten wurden Steine entdeckt, die ursprünglich wohl als Fundamente für das Barfüßertor - eines der vier Marburger Stadttore - dienten.

Fußgängerweg wird neu angelegt

Nach Angaben von Rausch waren die Bauarbeiten notwendig gewesen, weil in der Straße „Barfüßertor auf Höhe des Uni-Institutes für Leibesübungen ein Fußgängerweg angelegt werden sollte. Im Zuge der durch die Stadt Marburg beauftragten Bauarbeiten schlossen sich auch noch die Stadtwerke mit Erneuerung von Versorgungsleitungen an.

Dabei wurden dann beim Aufreißen des Erdreichs die Reste des ehemaligen Stadttors an, das zusammen mit der Stadtmauer die Stadtbegrenzung markierte. Das Barfüßertor ersetzte nach der westlichen Erweiterung der Stadt Marburg ab dem Jahr 1230 und bis 1647 das Kammertor, das in der Barfüßerstraße die Stadtgrenze ungefähr dort war, wo heute das „Café Barfuß“ steht. Im Zuge der Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde das Barfüßertor abgerissen und 1660 an derselben Stelle wieder aufgebaut.

„Das Stadttor war auf einer Länge von rund fünf Metern überwölbt und war Bestandtteil eines Stadtturms“, erläuterte Nickel. Eine Ansicht aus dem 18. Jahrhundert zeigt, dass das Barfüßertor mit einem Fachwerkbau überbaut war und mit Toren ausgestattet war, die geschlossen werden konnten.

1784 wurde das Barfüßertor abgerissen

Der Bau, der in die damalige Stadtmauer integriert war, war rund zehn Meter hoch. Im Jahr 1784 wurde das Barfüßertor dann endgültig abgerissen, berichtet Bauforscher Nickel. Nach Darstellung von Bauamtsleiter Jürgen Rausch lag das daran, dass es zu eng für den Alltag geworden war.

Für Rausch und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne)stellt das Auffinden der baulichen Reste des früheren Barfüßertors einen Glücksfall dar, anhand dessen man die Stadtgeschichte gut darstellen kann.

Kahle überlegt sogar, ob man nach der Beendigung der Bauarbeiten eventuell noch einen Teil der Funde freigelegt lassen kann, so dass man ihn vielleicht so ähnlich wie den ehemaligen Brunnen in der Ketzerbach sichtbar machen könnte. Auf jeden Fall wolle die Stadt auf den Standort des früheren Stadttors künftig mit einer Infotafel hinweisen, kündigte Kahle an.

Kalbstor ist noch erhalten

Wie man sich die früheren Stadttore vorstellen muss, kann man heutzutage noch am Beispiel des Kalbstores besichtigen. Das einzige heute noch zugängliche aus dem Mittelalter stammende Marburger Stadttor befindet sich unterhalb der Lutherischen Pfarrkirche. An dem nach der Ritterfamilie von Kalb benannten Tor befinden sich noch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer.

von Manfred Hitzeroth

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