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Reithalle in Flammen - zur Show

Volksfest Reithalle in Flammen - zur Show

Der 33. Marburger Feuerwehrtag in Hermers-hausen hat viel Show, Action und Partystimmung geboten. Die ortsansässige Wehr feiert im Festzelt mit etwa 200 Gästen ihren 80. Geburtstag.

Hermershausen. Feueralarm an der Reithalle Hermers-hausen: Einsatzkräfte der Feuerwehr rasen zum Brandherd, rollen Schläuche aus, bereiten den Löschangriff vor. Dominic Dehmel schraubt am Standrohr, rammt das Stahlkonstrukt in den Hydranten. „Wasser marsch!“, brüllt er in Richtung seiner Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Michelbach. Wehrführer Andreas Schogs funkt derweil die Leitstelle an, ruft Kommandos, koordiniert den Einsatz - binnen acht Minuten haben er und seine sechsköpfige Truppe alle Brände gelöscht. Aufamten. Doch der nächste Alarm, der nächste Einsatz folgt sofort - an derselben Stelle.

Aber: Die Notfälle, zu denen am Wochenende die haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräfte aus der Innenstadt, Michelbach und Elnhausen gerufen wurden, waren simuliert. Am 33. Tag der Feuerwehr fackelten die Wehren die Reithalle am Ortsausgang gleich mehrfach zum Spaß ab.

„Dieser Drill, die Übung sorgen für Sicherheit, für Routine“, sagt Carmen Werner, Marburgs Feuerwehrchefin. Für Zuschauer bedeuten sie vor allem eines: ein Actionspektakel. „Ich finde es immer wieder bemerkenswert, dass jeder Handgriff zu passen scheint, wie automatisch läuft das alles ab“, sagt Gottlieb Mahler (61). In seiner bayerischen Heimat sei er zu Jugendzeiten ebenfalls in einer Wehr aktiv gewesen - nun schaut er sich die Wettkämpfe lieber an, anstatt mit 20 Kilogramm schwerer Ausrüstung über die Staubpiste zu hasten.Neben den drei Erwachsenen-Einsatzabteilungen duellierten sich auch sieben Jugendfeuerwehren mit der Uhr.

„Vor allem für kleinere Wehren sind solche Löschangriffe, simulierte Praxiseinsätze enorm wichtig“, sagt Wilfried Eucker. Der 49-Jährige begutachtete als Schiedsrichter die Wettkämpfe in Hermershausen. Er arbeitet bei der Überprüfung einen Punktekatalog ab: Wie deutlich und wortgenau wird ein Funkspruch abgesetzt? Wird das parkende Löschfahrzeug durch Blinklichter gekennzeichnet? Wird die Leiter korrekt vom Dach gehievt und zusammengebaut? „Und natürlich spielt die Zeit eine Rolle“, sagt er. Im Staffelwettbewerb Er beklagt, dass sich in Hermershausen - wie auch im Kreisentscheid - zu wenige dem Schau-Training, den Löschduellen stellen.

Im Zentrum des Feuerwehrtags stand jedoch der 80. Geburtstag der Hermershäuser Retter. Deren Chef Florian Ziegler (34) blickte auf die Geschichte der aktuell 18 Aktive zählenden Wehr zurück. Er erinnerte an den zähen Kampf für ein Gerätehaus seit Mitte der 1980er-Jahre, bis es 2003 eingeweiht wurde. Vor allem aber richtete Ziegler den Blick nach vorn. „Wir brauchen drigend einen Transportwagen, sonst ist unser Fahrzeugpool zu mager, gerade was die Jugendarbeit angeht“, sagt er. Der technische Stand im Ort sei, dank Investitionen in 2002 und 2003 mit Einsatzfahrzeug und Gerätehaus, aber weitgehend in Ordnung. Mehrere Hundert Gäste strömten im Laufe des Wochenendes auf das Areal in und um die Reithalle. Am Sonntag wanderten einige durch den Ort, Kinder tobten über den Spieleparcours und Zuschauer staunten über Live-Shows wie Fettexplosionen oder die Wucht eines Gewichtsaufpralls aus mehr als zehn Metern.

von Björn Wisker

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