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Reichweite ist praktisch unendlich

Elektrobus im Test Reichweite ist praktisch unendlich

Völlig geräuschfrei und emissionslos fährt derzeit ein Bus durch Marburg.

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Seit Mittwoch testen die Stadtwerke einen Elektrobus in der Innenstadt.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Im Hinblick auf eine umweltfreundliche Ausrüstung ihrer Flotte testen die Stadtwerke das Fahrzeug mit Elektroantrieb. Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren erinnerte bei der Vorstellung des Busses daran, dass die Innenstadt seit Anfang des Monats Umweltzone ist und auch die Verkehrsbetriebe dem Rechnung tragen wollen. „Marburg ist eine belastete Stadt mit ihrer Tallage und wir haben mit Stickoxiden zu kämpfen.“

Die Stadtwerke hätten die Emissionen bereits durch ihre zahlreichen Erdgasfahrzeuge reduziert. Diese könnten aber nicht auf der Lahnbergelinie eingesetzt werden, weil die Steigungen zu groß sind.

Der Umstieg auf Elektromobilität sei der nächste Schritt, um die Dieselfahrzeuge endgültig zu ersetzen, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren bei der Vorstellung des Elektrobusses.

Das können allerdings bei etwa 80 Großfahrzeugen und einem Investitionsvolumen von 30 bis 40 Millionen Euro natürlich nicht sofort geschehen, betonte Schüren.

„Ich bin überzeugt, dass es mittelfristig keine Alternative zum Antrieb mit regenerativer Energie gibt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). „Die Stadt muss bei der Elektromobilität Trendsetter sein“, betonte das Stadtoberhaupt.

Der in Marburg getestete Bus ist laut Schüren „ein echtes Beispiel“. Das zwölf Meter lange Fahrzeug für 75 Fahrgäste ist bereits seit vergangenem Jahr in Mannheim im Einsatz. Das Antriebssystem des „Premove“-Elektrobusses stammt von Bombardier.

Wie Verkaufsmanager Helfried Kloiber erläuterte, könne die Batterie unterwegs durch ein induktives Schnellsystem geladen werden, Stecker und Kabel seien überflüssig. Über in Bushaltestellen unterirdisch verlegte Komponenten und einer unter dem Fahrzeug verlegten Aufnahmespule werde die Energie über ein Magnetfeld völlig ungefährlich übertragen.

Auf der Linie sei die Reichweite damit praktisch unendlich. Auch könne die Batterie mit einer Lebensdauer von etwa zehn Jahren, die unter einer Tonne wiegt, deutlich leichter sein.

Der Antrieb erfolgt nach Auskunft Kloibers über zwei direkt an der Achse sitzende Elektromotoren, was ein Getriebe überflüssig macht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 Kilometer pro Stunde.

Thomas Gagsch vom Schweizer Fahrzeugbauer Hess berichtete, dass der E-Bus zwar in der Anschaffung doppelt so teuer sei wie ein Dieselfahrzeug, er halte aber auch länger. Gagsch sprach von 16 bis 20 Jahren.

Die Karosserie bestehe aus Aluminiumteilen, die verschraubt und nicht verschweißt werden. Laut Kloiber hätten sich „Premove“-Busse bereits in mehreren Städten auf mehreren 100000 Kilometern bewährt und auch Sebastian Mengen vom RNV Mannheim sprach von sehr guten Erfahrungen.

  • Die Stadtwerke wollen die neue Technik auch den Marburgern vorstellen. Vor dem Cineplex-Kino am Rudolphsplatz kann der Bus am Freitag von 12 bis 15 Uhr und Samstag von 11 bis 14 Uhr besichtigt werden. Zu jeder vollen Stunde finden kostenlose Rundfahrten statt.

von Heiko Krause

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