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Redner fordert einen„politischen Generalstreik“

Antikriegstag Redner fordert einen„politischen Generalstreik“

Bei der langen Lesenacht auf dem Marktplatz standen nicht nur die vergangenen, sondern auch die aktuellen Kriege im Mittelpunkt.

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Vor einem Banner, auf dem die aktuellen Bundeswehreinsätze im Ausland notiert waren, hielt Christian Zimmermann eine Rede aus eigener Feder.Foto: Melchior Bonacker

Marburg. Am Dienstagabend lud der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu einer langen Lesenacht auf dem Marburger Marktplatz ein. Anlässlich des Antikriegstags konnte dort jeder, der sich dazu berufen fühlte, einen passenden Text vorlesen. Am Antikriegstag wird des Zweiten Weltkriegs gedacht, der am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen seinen Anfang nahm.

Unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nie mehr Faschismus“ wurden auch in diesem, wie schon im vergangenen Jahr, Texte von Bertolt Brecht und Erich Kästner, aber auch Eigenkreationen von Marburger Bürgern vorgetragen. Trotz des durchwachsenen Wetters fanden einige Kriegsgegner den Weg in die Oberstadt und deklamierten Texte wie Erich Mühsams „Kriegslied“ oder Kästners „Letztes Kapitel“.

Organisator Pit Metz vom Kreisverband des DGB wies zu Beginn der Veranstaltung darauf hin, man wolle sich nicht nur der Vergangenheit bewusst sein, sondern auch den Blick für die Aktualität der Kriege schaffen. Dies wurde noch unterstrichen durch ein Banner, auf dem die aktuellen Bundeswehreinsätze notiert waren. Diesen recht deutlichen Hinweis in Richtung der Regierung, man sei mit dem Einsatz der Bundeswehr nicht einverstanden, bekräftigte auch Christian Zimmermann, der in einer Rede aus eigener Feder einen „politischen Generalstreik“ forderte, wenn es zu einem weiteren Bundeswehreinsatz komme. Diese recht drastischen Worte wurden umrahmt von einer friedlichen Zusammenkunft, die mit einer Lesung aus dem Werk Jewgeni Jewtuschenkos einen Abschluss fand, der den Besucher nachdenklich auf den Heimweg entließ.

von Melchior Bonacker

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