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Rechte Demo vor Moschee: Widerstand auf Ketzerbach

Pro Deutschland Rechte Demo vor Moschee: Widerstand auf Ketzerbach

Aufmarsch der Rechtspopulisten: Die Organisation „Pro Deutschland“ demonstriert am Sonntag in der Stadt. Gegen-Kundgebung auf der Ketzerbach startet um 9 Uhr.

Marburg. Vor der Moschee im Marbacher Weg sowie vor dem Café am Grün sollen die Kundgebungen im Laufe des Vormittags stattfinden. Das geht aus Aufrufen auf der Homepage der umstrittenen Bewegung hervor.

Erklärung der Organisation, wieso Marburg in ihren Fokus rückt: „Die Hauptstoßrichtung der Freiheitlichen von Pro Deutschland wird dort dem roten Terror der ‚Antifa‘ im akademischen Mäntelchen gelten. Außerdem hat sich 1986 in Marburg mit Bezug zur Universität eine islamische Gemeinde gegründet, die im Netzwerk der ägyptischen Muslimbrüder organisiert ist.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reagiert: Am Sonntag um 9 Uhr startet der Verband eine Gegendemonstration. Treffpunkt ist die Ketzerbach, Ecke Leckergäßchen. „Wir werden uns nicht weder durch die gewählten Orte noch durch das Auftreten der Gruppe provozieren lassen. Wir werden aber unseren antifaschistischen und demokratischen Protest deutlich artikulieren“, sagt Ulf Immelt, Vorsitzender des Marburger DGB. Es sei die Masche von „Pro Deutschland“ sich vor linken und islamischen Einrichtungen zu treffen um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Café rüstet sich für die Demo

Auch die Antifaschisten selbst rufen im Internet zu Gegendemonstrationen auf. Auf Facebook mobilisieren sie in der Gruppe „Kein Bock auf Nazis“ Unterstützer. 1000 Einladungen seien verschickt, schreibt der Gruppengründer. In Gießen, wo „Pro Deutschland“ im Anschluss an die Aktionen in Marburg protestieren will, regt sich bereits Widerstand. Der dortige linkspolitische Infoladen, der Ziel des Protests ist, organisiert zeitgleich ein antifaschistisches Hoffest.

Im Marburger Café am Grün wappnet man sich der Aussage der Buchhandlung „Roter Stern“ zufolge mit einer Gratis-Kaffee-Aktion für die Demo der Rechtspopulisten. Auch ein „Sonntags-Spaziergang zur Moschee könnte nicht schaden“, heißt es in einem Schreiben, das der OP vorliegt.

Die Polizei wird die angemeldete Demonstration bewachen. „Die Werte und Programme von Pro Deutschland sind aber bekannt, und dass sie sich gezielt bestimmte Orte auswählen auch“, sagt Martin Ahlich, Sprecher der Marburger Polizei. Die Brisanz, sich vor dem linkspolitischen Buchhandel und dem islamischen Gotteshaus zu treffen, sei den Sicherheitsbehörden klar. „Wir werden mit mehr Kräften vor Ort sein als Marburg alleine das stemmen könnte“, sagt Ahlich. Alleine schon als Vorsichtsmaßnahme, falls rechte und linke Gruppen die Konfrontation suchen.

Nach Auskunft der Stadt kommt es wegen der Demos in Ketzerbach und Marbacher Weg zu Verkehrseinschränkungen am Sonntag von 9 bis 14 Uhr.

von Björn Wisker

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