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Rebellin mischt die Soap-Welt auf

Schauspielerin Rebellin mischt die Soap-Welt auf

Wenn die Kameras auf die 27-jährige Marburgerin Linda Marlen Runge gerichtet sind, wandelt sich ein schüchternes Mädel zu einer frechen Powerfrau. Ist die Hauptrolle in der RTL-Serie der Startschuss für eine Top-Karriere?

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Die 27-jährige Linda Marlen Runge spielt ab 5. August den neuen GZSZ-Charakter, die lesbische Anni Brehme. Die Schauspielerin hat einen bewegten Lebenslauf: Sie tourte etwa als Musikerin zwei Jahre durch Mexiko. Fotos: Christina Geiger / Rolf Baumgartner

Marburg. Die Akkordarbeit beginnt mit einem Surren. Wenn um 5 Uhr morgens der Wecker in Linda Marlen Runges Schlafzimmer klingelt, krabbelt die 27-Jährige noch als sie selbst aus dem Bett. Für ein paar Minuten darf sie sich treu bleiben. Doch nach Kaffee, Zigarette, Dusche und der Hatz zur Bahn beginnt der Wandel: Aus Linda wird Anni, der neue Charakter in der Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Für die kommenden zwölf, 13 Stunden schlüpft sie in die Rolle der Rebellin Anni Brehme.

Sie ist tätowiert, steht auf Frauen, nimmt kein Blatt vor den Mund und eckt damit bei den anderen Kiez-Bewohnern mächtig an - so beschreibt der Fernsehsender RTL den frischen Charakter, den Runge verkörpern wird. Parallelen zu ihrer Rolle? „Ich bin lediglich kein Roboter, habe mich immer dagegen gewehrt Dinge zu tun, die ich nicht tun wollte. Ich mache lediglich mein Ding, ansonsten werde ich krank“, sagt sie.

Singen, schauspielen, fotografieren

Dass Runge nun für mindestens zwei Jahre vor der Kamera steht, daran ist ein Marburger Freund schuld. Joachim Friedmann, Autor bei der Serie, stachelte die 27-Jährige an. Sie sei für die Rolle wie geschaffen - und Wochen später, im vergangenen Winter, hatte sie die Zusage. „Als die kam, wurden meine Beine zu Gummi. Ich flüsterter nur: Ich hab‘s geschafft!“

Zufall ist ihr Erfolg aber nicht. Malen, fotografieren, musizieren, schauspielern: Runge tobte sich als Kind schon im Kreativen aus. Dass sie es, nach einigen Nebenrollen in kleineren Produktionen und als Mitglied der Band „Lejana“ - mit der sie zwei Jahre lang durch Mexiko und die USA tourte - auf das Karrieresprungbrett GZSZ schaffen würde, ahnte sie jedoch nicht. „Aber das tun zu können was man liebt und als Künstler seine Miete zahlen zu können, das ist schon ein Geschenk“, sagt sie. Vor der ersten Studioszene schlotterten ihr vor Aufregung die Knie. „Aber ein kleiner Adrenalinstoß vor jeder Szene ist gesund. Ich werde wacher, aufmerksamer.“ Gespannt sind auch die Freunde und Verwandten. Sie fiebern auf die erste Folge am Abend des 5. August hin. „Da ist die Linda im Fernsehen - als Schauspielern. Ich glaube, daran werden sich viele erst gewöhnen müssen.“

Ein oft gesehener Gast

Ihre Marburger Heimat bedeutet ihr viel. „Meine Kindheit und Jugend würde ich jederzeit wieder dort verbringen.“ Doch als Künstlerin habe sie sich 2008 für einen Weg entscheiden müssen: die Karriere wartete in Berlin, nicht in Marburg. Und doch: „Ich liebe die Stadt, weil sie für mich wie eine Oase ist, eine feste Größe. Es verändert sich zwar, ist aber irgendwie immer gleich. Das Gefühl des Angekommenseins habe ich nur hier“. Sie sei in den vergangenen Jahren viel gereist - lebte auch im mittelamerikanischen Mexiko - doch schönere Städte als Marburg habe sie kaum gesehen. Und da Mutter, Bruder und Großeltern nach wie vor in der Stadt wohnen, kommt Runge so oft wie es geht in ihre Geburtsstadt.

Besondere Erinnerungen an die Stadt? „Für mich war es furchtbar eines Tages nach Hause zu kommen und Frau Muth hat in der Ketzerbach nicht mehr gesungen. Dabei habe ich sie so lieb gehabt“, sagt sie. Als Runges Ur-Oma vor einigen Jahren starb, wurde sie von der Stadt-Ikone getröstet. Bis heute besucht sie die Verstorbene auf dem Marbacher Friedhof.

Und wenn sie nicht in Marburg ist, arbeitet sie weiter an einer Top-Schauspielkarriere.

Name:
Linda Marlen Runge
Geboren:
11. März 1986
Hobby:
Musik – hören und spielen
Was macht sie jetzt?
Schauspielerin
Kommt sie noch vorbei?
Ja, um Freunde und Familie sowie ihre verstorbene Ur-Oma auf dem Friedhof zu besuchen.
O-Ton:
„Ich mache nur mein Ding – sonst werde ich krank.“

von Björn Wisker

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