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Rauschgift in Zigaretten versteckt

Drogenhändler verurteilt Rauschgift in Zigaretten versteckt

Das Marburger Landgericht unter dem Vorsitz von Dr. Carsten Paul hat einen 34-jährigen Marburger wegen gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

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Marburg. Zwei Jahre davon wird er zur Entgiftung und zur Behebung seiner eigenen Rauschgiftabhängigkeit in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt verbringen. Darüber hinaus muss der Gelegenheitsarbeiter, der weder einen Berufs- noch einen Schulabschluss besitzt, einen Wertersatz in Höhe von 6000 Euro für die von ihm verkauften Drogen an die Staatskasse leisten.

Dem Mann wurde vorgeworfen, innerhalb eines Jahres in 33 bekannt gewordenen Fällen Betäubungsmittel erworben und diese mit Gewinn weiterveräußert zu haben, um sich daraus eine fortlaufende, dauerhafte und nicht unerhebliche Einnahmequelle zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes und Rauschgiftkonsums zu verschaffen. Dabei hatte der Mann, der selbst zugab, schon als Zehnjähriger mit Drogen in Kontakt gekommen und bereits seit seinem 14. Lebensjahr abhängig zu sein, eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt.

Kontakt mit Kundenüber sechs Handys

Die Kontakte mit seinen Kunden, die nach Recherchen und der Überwachung seiner insgesamt sechs Handys durch die Kriminalpolizei im fraglichen Zeitraum bei rund 20 bis 30 am Tag gelegen hatten, waren fast immer telefonisch hergestellt worden. Danach hatte er sich mit seinen Kunden im Stadtgebiet von Marburg getroffen und die Rauschgiftplomben mit Cannabis oder Heroin im Marktwert von je rund 20 Euro übergeben. Um die Polizei oder auch aufmerksame Passanten in die Irre zu führen, waren die Plomben in der Regel in selbstgedrehten Zigaretten versteckt gewesen. Weiterhin hatte der Mann seine Unterhose mit einer eingenähten Tasche präpariert und dort die Rauschgiftplomben versteckt.

Mann zeigt sich geständig

Einem ihm bekannten Häftling hatte er sogar versprochen, ihn gegen entsprechende Bezahlung im Gefängnis mit Rauschgift versorgen zu wollen. Dazu hatte er einen Schokoriegel tiefgefroren, entkernt, mit mehreren Plomben Heroin und andern Rauschgifttabletten gefüllt und anschließend von außen nicht sichtbar verschlossen. Diesen Schokoriegel wollte er für 300 Euro bei einem Besuch in Schwalmstadt an der Besuchskontrolle vorbeischmuggeln. Nicht damit gerechnet hatte er, dass diese Aktion der Kriminalpolizei im Zuge der Telefonüberwachung bekannt geworden war und deshalb aufflog. Die Festnahme des Mannes erfolgte dann im Mai 2013, als er nach weiterer Überwachung durch die Kripo mit einer nicht unerheblichen Menge verkaufsfertigen Cannabis in der Marburger Rosenstraße angetroffen worden war.

Sowohl bei der Polizei als auch vor Gericht war der Mann geständig, was das Gericht als strafmildernd wertete. Strafverschärfend war jedoch die immer noch andauernde Rauschgiftsucht des Mannes - alle Entgiftungs- und Entziehungsversuche hatte er in der Vergangenheit abgebrochen - und das lange Vorstrafenregister mit insgesamt 15 Eintragungen. Eine sachverständige Ärztin hatte dem Mann ohne eine entsprechende medizinische Behandlung eine düstere Zukunft prognostiziert und deshalb auch zur Behandlung seiner Sucht eine zweijährige Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt beantragt.

von Alfons Wieber

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