Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Rasen auf den Sommer vorbereiten

Garten Rasen auf den Sommer vorbereiten

Wer Wert auf einen gepflegten Rasen im eigenen Garten legt, muss sich in Sachen Rasenpflege oft und regelmäßig ins Zeug legen. Jetzt ist die richtige Jahreszeit, um damit zu beginnen.

Voriger Artikel
Inklusion von der Förderschule aus gedacht
Nächster Artikel
Die sympathische Hitmaschine

Auf dem Golfplatz räumt ein Fahrzeug die Bälle zusammen. Der Rasen muss sehr aufwändig gepflegt werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg.. „Wenn die Witterung stimmt, und es Spaß macht, draußen zu arbeiten, kann die Rasenpflege beginnen“, sagt Frank Pfab, Greenkeeper im Oberhessischen Golf-Club Marburg und damit zuständig für die Pflege des Rasenplatzes.
Auf dem Golfplatz in Bernsdorf herrscht das ganze Jahr Betrieb. „Wir haben nur bei extremen Witterungsverhältnissen geschlossen, zum Beispiel bei Sturm“, erzählt Pfab. Ansonsten gibt es dort immer etwas zu tun.

So aufwändig wie die Pflege des Golfplatzes ist sie im heimischen Garten nicht. „Nach dem Winter sollte erstmal ein Pflegeschnitt erfolgen“, erklärt der Greenkeeper. Ob Elektrorasenmäher oder Benziner hänge von der Grundstücksgröße ab. Das müsse jeder für sich entscheiden. Allerdings gebe es verschiedene Möglichkeiten des Schneidens, erläutert Jörg Bauscher, Platzwart des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg. Beim Einsatz eines Mulchmähers zum Beispiel bleibe das abgeschnittene Gras liegen. „Das ist für den Rasen eine leichte Düngung“, so Bauscher. Ein Nachteil sei, dass bei Regen das Wasser durch die entstehende Verfilzung nicht so gut in den Boden eindringen könne.

Bei den meisten Gartenbesitzern komme ein Sichelmäher mit Elektro- oder Benzinantrieb samt Fangsack zum Einsatz. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Messer scharf sind. Stumpfe Messer schlagen nicht ab“, sagt Pfab. Die Schnitthöhe sollte zwischen dreieinhalb und viereinhalb Zentimeter betragen. Und: Zumindest im Frühjahr empfehlen die Rasenexperten einmal in der Woche zu mähen.

Nicht zu früh vertikutieren

Nach dem ersten Schnitt ist gegebenenfalls Vertikutieren angesagt, um zum Beispiel Moose und Verfilzungen zu entfernen. Werden die Stellen bei der Rasenpflege nicht behandelt, verdrängt das Moos auf Dauer die Rasenpflanzen und man hat einen Moosteppich im Garten. „Das Vertikutieren sollte allerdings nicht zu früh erfolgen“, warnt Bauscher. „Der Rasen muss in vollem Wachstumsschub stehen.“

Optimal sei es, den Rasen vor dem Vertikutieren zu düngen. Das mache aber nur Sinn, wenn Regen angesagt ist, oder man den Rasen selbst wässert. Ist es zu trocken, könne auch nach dem Vertikutieren gedüngt werden. Entscheidend sei die Wasserzufuhr, so Pfab.

Nach dem Vertikutieren muss nachgesät werden. Sinnvoll sei es auch, Sand aufzubringen. Der mache den Boden wasserdurchlässiger und vertreibe Regenwürmer, die zwar generell nützlich seien, aber den „Rasen stören“, so Pfab. Das hänge damit zusammen, dass sie ihre Erdauswürfe absetzen und sich somit auf dem Rasen kleine Häufchen bilden.

Wöchentlich mähen, außer bei größter Hitze

Beim Einsäen könnten die Körner mit dem Sand bedeckt werden, denn es reiche nicht, die Körner nur auf der Rasenoberfläche aufzubringen. „Bodenkontakt ist wichtig“, so Pfab. Des Weiteren sei es wichtig, den Boden leicht feucht zu halten, damit die Saat gedeihe.

Wurde das Moos durch das Vertikutieren auch entfernt, so müsse der Rasen auf jeden Fall weiterhin gut gepflegt werden, um eine Neubildung zu verhindern. Generell sei Vertikutieren Stress und sollte im Frühjahr stattfinden. Laut Pfab gibt es aber auch sogenannte Lüfter, die wie ein Rechen funktionieren und dem Rasen nicht schaden.

Was das Düngen betrifft, so „sind die Dünger vom Landhandel und aus dem Fachmarkt denen vom Discounter vorzuziehen“, sagt Bauscher. Zudem werde man im Fachmarkt ausführlich über das richtige Düngen informiert. Ist der Rasen auf Vordermann gebracht, lässt es sich im Sommer ruhiger angehen. Es sollte immer noch einmal pro Woche gemäht werden. Nur bei extremer Hitze könne auch mal ausgesetzt werden beziehungsweise sollte die Schnitthöhe angehoben werden.

Um das Grün des Rasens zu erhalten, empfiehlt sich bei längerer Trockenheit und Hitze eine eigene Bewässerung, zum Beispiel mit Hilfe eines Rasensprengers.

Im Herbst sollte der Rasen noch einmal gedüngt werden, um ihn fit für den Winter zu machen. Ein letztes Rasenmähen – meist im Oktober – ist ebenfalls angesagt. Im Winter ist am Rasen nichts zu tun. Jörg Bauscher rät aber, diesen bei Schnee nicht zu betreten, weil die Pflanze abknicken könne und anfällig für Krankheiten, wie zum Beispiel den Schneeschimmel, werde.  Auf dem Golfplatz werde sogar ein Teil der Fläche vom Schnee befreit.

von Heike Horst

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr