Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Ranzen auf den Schultern, Kribbeln im Bauch

Einschulung 2014 Ranzen auf den Schultern, Kribbeln im Bauch

103 Schulanfänger davon 87 Erstklässler und 16 Vorschüler wurden gestern in der Grundschule Kirchhain begrüßt. Hessenweit feierten rund 50000 ABC-Schützen ihren ersten Schultag.

Voriger Artikel
Qualitätscheck mit der Waffe
Nächster Artikel
Verdächtige in U-Haft - Mutmaßliche Tatwaffe gefunden

Die Schultüten gab es am Ende des Unterrichts. Voller Stolz trugen die Jungen und Mädchen sie nach Hause.

Quelle: Tobias Hirsch

Kirchhain. Die Aufregung ist groß. Der Bauch kribbelt. Im Magen herrscht ein flaues Gefühl. Jeder kennt die Anspannung, wenn etwas ganz Neues beginnt. So geht es auch Kevin, Hannah, Leon, Emily und Ann-Christin. Wie für gut 8000 andere Erstklässler im Landkreis Marburg-Biedenkopf stand gestern für sie der erste Schultag an.

Erster Schultag beginnt mit Musik und Theaterstück

Um 9 Uhr am Dienstag ist die Gymnastikhalle der Kirchhainer Grundschule bis auf den letzten Platz gefüllt. „Hier hat wohl nicht mal mehr ein Mäuschen Platz“, sagt Schulleiterin Elke Biebricher-Maus in ihrer Begrüßung. 103 neue Schüler und ihre Eltern begrüßt sie im Laufe des Vormittags. „So viele Schulanfänger hatten wir schon lange nicht mehr“, betont sie dabei. Auch Kevin, Hannah, Leon, Emily und Ann-Christin gehören dazu. Der Schulranzen steht zwischen ihren Füßen, als sie in den ersten Reihen neben ihren zukünftigen Klassenkameraden in der Turnhalle sitzen und dem Gesang der Drittklässler lauschen. Bevor es ernst wird und der Unterricht beginnt, führt die Klasse 4d das Theaterstück „Des Kaisers neue Kleider“ auf.

Es ist kurz vor 10 Uhr, als die Klassenlehrerinnen ihre Schüler mit in die Klassenräume nehmen. Kevin, Hannah, Leon, Emily und Ann-Christin werden von Inka Ebinger aufgerufen. Sie gehen in Zukunft in die Klasse 1b. „Sucht mal eure Namensschilder und setzt euch auf diesen Platz“, erklärt die Lehrerin, als die Sechs- und Siebenjährigen im Klassenraum angekommen sind. Es wird gesucht und geschaut und zum ersten Mal gelesen. Es dauert nicht lange, bis jeder seinen Platz gefunden hat.

Lange sitzen bleiben müssen Kevin, Hannah, Leon, Emily, Ann-Christin und die anderen Kinder allerdings nicht – noch nicht. Denn erst einmal wird ein großer Sitzkreis gebildet. Inka Ebinger will die Geschichte von Leo Löwe und dessen erstem Schultag vorlesen. Mucksmäuschenstill sitzen die ABC-Schützen auf dem bunten Teppich in der Ecke des Klassenraumes und hängen gebannt an den Lippen der Lehrerin. Auch Leo Löwe war am Anfang des Tages aufgeregt und hatte ein Kribbeln im Bauch. Doch schnell stellt der mutige Löwe fest, dass er vor der Schule keine Angst zu haben braucht und dass jedes Tier schon irgendetwas kann. Um sich gegenseitig kennenzulernen, sollen die Kinder anschließend berichten, was sie selbst gut können. Computer spielen wird ebenso aufgezählt wie Rechnen, Fahrrad fahren, Klavier spielen und Basteln.

Vom Teppich geht es schließlich wieder zurück an die Tische. Nach einer kurzen Erklärung des Kalenders und des Ablaufs von Unterricht und Pausen steht gleich in der ersten Schulstunde auch schon Schreiben auf dem Programm. „Die rote Mappe ist die Schreibmappe, die braucht ihr jetzt. Und natürlich einen Stift“, erklärt Ebinger. Es wird gewühlt und gekramt und gesucht. Ein Federmäppchen hat jedes Kind dabei, die rote Mappe nicht. Bevor es zu PanikAttacken kommt, beruhigt die Lehrerin: „Wer die rote Mappe heute nicht dabei hat, kann den Zettel, den ihr gleich bekommt, auch zu Hause noch einheften. Morgen solltet ihr sie aber dabei haben.“

Dann geht es los. Tierpfade sollen „nachgeschrieben“, sprich Punkte verbunden, werden. Kevin, Hannah, Leon, Emily, Ann-Christin und Co. legen los.

Erste Hausaufgabe: Mandala ausmalen

Während die ersten Kinder schnell fertig werden, müssen andere ihre Stifte spitzen oder die Toilette aufsuchen. Beine zappeln unruhig unter Tischen hin und her. Popos rutschen ungeduldig auf Stühlen herum. Die erste Unterrichtsstunde wird langsam lang. Mucksmäuschenstill ist es auch nicht mehr. „Ich hab Hunger“, sagt ein Mädchen zu seiner Tischnachbarin. „Ich will endlich lesen lernen“, flüstert ein anderes.

Lesen lernen die Erstklässler an diesem Vormittag nicht mehr, stattdessen gibt es die allererste Hausaufgabe: ein Mandala ausmalen. Für die Eltern sollen die Stundenpläne zudem noch mitgenommen werden. Die Gedanken der Kinder sind längst woanders: Gleich gibt es die Schultüte. Voller Stolz und wieder ein bisschen aufgeregt nehmen Kevin, Hannah, Leon, Emily und Ann-Christin ihr Exemplar entgegen. Gemeinsam mit Mama und Papa geht es schließlich nach Hause – Hausaufgaben machen.

von Katharina Kaufmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg
Von Redakteur Katharina Kaufmann

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr