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„Rama“ stockt die Vereinskasse auf

Dr. Johannes Klingelhöfer spendet an Blau-Gelb Marburg „Rama“ stockt die Vereinskasse auf

Dem Feiern ist Dr. Johannes Klingelhöfer alles ­andere als abgeneigt. 
Zu seinem 80. Geburtstag wollte er aber keine ­Sause. Stattdessen sparte er das Geld, um es zu spenden. Am Ende kam viel mehr zusammen.

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„Sein“ Verein schenkte Johannes Klingelhöfer zum 80. Geburtstag unter anderem eine Vereinsmütze. Der Ehrenvorsitzende sorgte für eine große Spende.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Wie viel würde wohl eine Geburtstagsfeier kosten? Dr. Johannes Klingelhöfer rechnete und kam auf einen Betrag von 2222,22 Euro. So viel würde ein Ausschank in „seinem“ Verein, Blau-Gelb Marburg, anlässlich seines 80. Geburtstags kosten, sagt er. Wer ihn kennt, weiß: Klingelhöfer, oder auch mit Spitznamen „Rama“ genannt, macht gern Scherze, ist ein fröhlicher und geselliger Mensch. Nur so erklärt sich die Schnapszahl.

Kurzum: Seine Stammtisch-Brüder, Vereinskameraden, früheren Kollegen und Freunde mussten damit leben, dass er seinen 80. Geburtstag mit seiner Ehefrau in Sunna Ryd-Lövhagen in Schweden verbrachte. Dort besitzen Klingelhöfers Haus, Grundstück und Fußballplatz – der regelmäßig jungen Blau-Gelb-Fußballern zum Training zur Verfügung gestellt wird.

„Ich bin dem Feiern nicht abgeneigt, ganz im Gegenteil sogar. Aber ein Fest wäre mir doch zu viel gewesen. Außerdem sagen eh alle immer nur das Gleiche“, lacht der Jurist, der in Marburg und Wien Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert hat. „Damit keiner aber sagt, ich wollte nur Geld sparen, habe ich die errechneten Kosten gespendet“, sagt er.

Neffen schenken
 8888,88 Euro

Klingelhöfer, der bis 2002 laut seinen Angaben 34 Jahre lang Vorsitzender bei Blau-Gelb Marburg war und seitdem Ehrenvorsitzender ist, unterstützt den Sportverein, wo er nur kann. Das wissen seine Freunde und Verwandte.

Unter ihnen auch seine beiden Neffen, die Unternehmer Andreas und Reinfried Pohl junior. Sie hatten von der Spende ihres Onkels – Klingelhöfer ist der Bruder der verstorbenen Anneliese Pohl – erfahren und setzten eins drauf: Die Brüder schenkten dem 80-Jährigen insgesamt 8888,88 Euro, damit dieses Geld ebenfalls dem Verein gespendet werde, wie sie in der handgeschriebenen Geburtstagskarte erklären.

Beim Heimspiel gegen den FC Dorndorf überreichte „Rama“ in der Halbzeitpause den Scheck an Axel Ludwig von der Fußballabteilung und erklärte ihm das Zustandekommen der Großspende. Einziges Problem: Es fehlte noch ein Cent, damit die Schnapszahl 11.111,11 Euro herauskommt.

Damenfußballabteilung erhält Großteil der Spende

Aber auch das Problem ließ sich schnell lösen. „Rama“ wäre nicht „Rama“, wenn er nicht dennoch einen ausgegeben hätte. Am Ende des Spiels, die Marburger hatten 3:1 gewonnen, gab es für beide Mannschaften Freibier. ­„Rama“, der vor seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in Marburg Justitiar einer großen Brauerei im Siegerland war, brachte ein 50-Liter-Fass mit.

Ein Großteil der Spende, 5000 Euro, soll an die Damen-Fußballabteilung gehen. Weitere 5000 Euro sollen unter die anderen Abteilungen verteilt werden. Die Tischtennisspieler zum Beispiel brauchen eine neue Platte, weiß der Jubilar. „Ein finanzieller Segen“ sei seine Spende, berichten Vereinskollegen. Das freut „Rama“ umso mehr.

von Anna Ntemiris

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