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Radrennen zum Marburger Marktplatz

Samstag Radrennen zum Marburger Marktplatz

Nach Bristol, Edinburgh und Kuala Lumpur findet am Samstag der „Red Bull Hill Chasers“-Cup in Marburg statt. Der Veranstalter erwartet 5000 Zuschauer.

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Das hat es noch nicht gegeben: Ein Mountainbike-Rennen in der Oberstadt. Im Vergleich zum Schloßberg in Edinburgh, wo dieses Foto entstand, wird es in Marburg sicherlich enger – also spannender.

Quelle: Ritchie Hopson / Red Bull

Marburg. Ein Radweg zum Marktplatz - das hat noch keiner gefordert. Warum auch? Die wenigen Fahrradfahrer, die bis in die Oberstadt strampeln, werden eher für ihre Leistung bewundert, als in der Fußgängerzone vom Rad auf die Füße zitiert.

Diesen Samstag wird es einen Radweg in die Oberstadt geben - und darauf wird einiges los sein. Red Bull lädt „Hill Chasers“ (frei übersetzt: Gipfelstürmer) ein, sich auf der steilen Strecke hoch in die Oberstadt im Bergauf-Rennen zu messen. „Die einzigartige Kulisse der Reitgasse, die passende Steigung, damit war Marburg für uns nicht zu toppen“, sagt Sara Torchani aus dem Organisationsteam. Das Rennen hat es vorher weltweit erst dreimal gegeben: in Bristol, Edinburgh und Kuala Lumpur.

Wie viele der klamaukigen oder sportlich bis halsbrecherischen Aktionen, die das Marketingteam von Red Bull ins Leben gerufen hat, verspricht das Oberstadt-Rennen ein Publikumserfolg zu werden: 450 Amateure haben sich angemeldet. 115 Teilnehmer sind Hobbyradler aus der Region, davon sind 60 Marburger. Für sie ist die Oberstadt der Hausberg.

Marburger Herausforderer

Einer von ihnen ist der Sport-Student Hannes Kuttler. Drei Tage vor dem Rennen testete er die Strecke. Er fuhr mit seinem Fahrrad in die Oberstadt, bretterte die Reitgasse entlang und nahm jeden Zentimeter unter die Lupe. Am Samstag will der 24-Jährige auf gleicher Strecke zum Triumph radeln. „Ich habe starke Beine und den Heimvorteil im Rücken“, sagt er. Mit dieser Mischung plant Kuttler für die Endrunde. „Wo sonst die Menschen einen Einkaufsbummel machen, rase ich am Samstag mit dem Rad entlang. Das allein ist ein faszinierendes Gefühl“, sagt Kuttler. Kopfsteinpflaster, kurze Strecke, steile Piste - ein spezielles Rad hat er bereits zusammengebaut. Der Student hat viel getüftelt, um es direkt an die Bedingungen vor Ort anzupassen. „Ich werde ein Mountainbike fahren, aber extra breite Straßenreifen aufziehen. Davon verspreche ich mir die effizienteste Mischung aus Stabilität und Rollwiderstand, um mich dem Kopfsteinpflaster ideal anzupassen.“ Kuttler weiß genau: Am Samstagmorgen entscheiden Kleinigkeiten. Ein falscher Pedaltritt, ein kurzes Wegrutschen oder minimales Verschalten - schon kann der Traum vom Finale beendet sein. „Erst einmal will ich unter die besten 32 Fahrer kommen und somit die Qualifikation bestehen. Danach ist alles möglich!“

Regeln und Strecken

Das Rennen ist, abgesehen von kleinen Abweichungen im 4-Cross (4X)-Modus, aus den Mountainbike-Wettkampfregeln organisiert. Der Rennsamstag beginnt um neun Uhr auf dem Steinweg. Hier müssen alle akkreditierten Hill Chaser ein Zeitfahren absolvieren. Die Strecke ist nur 200 Meter lang, aber Marburger wissen: Die haben es in sich. Kopfsteinpflaster mit rund 18 Prozent Steigung. Wenn es dann noch regnet, wird sich schnell zeigen, wer ernsthafte Ambitionen auf den Titel hegt. Von 14.30 bis 15 Uhr müssen sich die Profisportler qualifizieren. Die 32 Amateure und 16 Profis mit den besten Zeiten vom Steinweg schaffen es in die Endrunde, die um 19 Uhr mit dem Achtelfinale am Lahntor beginnt. Der Parcours verläuft durch die Reitgasse, vorbei an der Universität bis zum Marktplatz am Rathaus. In der Endrunde gehen dann jeweils vier Fahrer gleichzeitig auf die Steilstrecke. Es liegt in der Natur des Wettbewerbs, dass es dabei zu Körperkontakt kommt. Nach Qualifikation, Achtel-, Viertel- und Halbfinale treten im Finale schließlich die beiden schnellsten Amateure gegen die beiden besten Profis an.

von Thomas Strothjohann und Ronny Zimmermann

Damit Sie sich vorstellen können, wie das Rennen ungefähr aussehen wird - hier ein Video vom Rennen in Edinburgh:

Das Programm

Am Samstag (26. 10.2013) von:

  • 9 bis 14 Uhr laufen die Qualifikationsrennen der Amateure auf dem Steinweg.
  • Von 14.30 bis 15 Uhr müssen sich die Profi-Sportler für das Finale qualifizieren.
  • Um 19 Uhr beginnt das Finale in der Reitgasse.
  • Ab 23 Uhr findet die After-Show-Party im Unix statt.
  • Zwischen 8 und 16 Uhr ist der Steinweg (Teilbereich im Loch) gesperrt.
  • Zwischen 10 und 0 Uhr sind die Reit-, die Marktgasse, der Markt und die Barfüßerstraße für den Verkehr gesperrt.
  • Außerdem sind Am Plan, die Untergasse und das Lahntor zwischen 15 und 0 Uhr nicht befahrbar.

Im Blickpunkt

Sportstudent und Mallorca-Guide Hannes Kuttler (24)

Seine Vorbereitung verbrachte er zum Teil auf Mallorca. In den Semesterferien führte er Hobbysportler als Mountainbike-Guide über die Insel. „Mir gefällt es, meine Leidenschaft für den Radsport weiterzugeben und den Gästen zugleich eine beeindruckende Landschaft zu zeigen.“ Auch im Hochschulsport der Uni Marburg betreut er einen Mountainbike-Kurs. Dabei kann er viel Erfahrung weitergeben: Als 18-Jähriger fuhr er in der Mountainbike-Bundesliga, gehörte zu den besten 20 Fahrern Deutschlands. „Das war das Maximum für mich“, erzählt er. „Mittlerweile zählt für mich der Spaß mehr. Jetzt will ich es in der Oberstadt aber nochmal wissen. Ich werde alles rausholen, was in meinen Beinen steckt.“ Ein guter Lauf würde für die Strapazen zwischen Hörsaal und Uni-Bibliothek entschädigen.

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