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Lokales Marburg

Schlaglöcher

Radrennen fällt aus

Die Folgen des harten Winters haben Auswirkungen auf das Vereinsgeschehen des Radsportvereins Marburg: Wegen schlechter Straßenverhältnisse muss das Rennen im Juni abgesagt werden.

Das Radrennen „Rund um den Elisabethbrunnen“ im Jahr 2009.

© Michael Kombächer
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Schröck. Auf der Landesstraße 3289 zwischen Marburg und Schröck ist es für Rad-, aber auch für andere Zweiradfahrer zu gefährlich. Die Sturzgefahr ist zu groß. Zu dieser Erkenntnis kamen Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) sowie der Radsportverein Marburg bei einer Besichtigung des Straßenabschnitts.

Für den Radsportverein Marburg (RSV), der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, bedeutet dies, dass das für den 13. Juni geplante Rennen „Rund um den Elisabethbrunnen“ abgesagt werden muss, wie Dirk Lenz, Vorsitzender des RSV, erklärt. Werner Detsch, Pressesprecher des ASV, sagte dieser Zeitung, dass die Strecke zunächst nur für Motorräder gesperrt wurde. Da aber auch Radrennfahrer mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs seien, bestehe für alle Zweiradfahrer eine Unfallgefahr. Ein Rennen wäre extrem gefährlich. „Keiner kann dafür die Verantwortung übernehmen“, so Detsch.

Mit kosmetischen Reparaturen ließen sich die Löcher nicht beheben. Die Deckschicht habe sich komplett gelöst. Das ASV habe beim Land Geld für eine „Sondermaßnahme“ beantragt, veranschlagt seien mindestens 200.000 Euro. Sobald die Zusage für das Budget komme, müsse das Amt zunächst die Arbeiten ausschreiben.

„Bis Juni schaffen wir das ganz sicher nicht“, so Detsch. „Für den RSV ist es eine ärgerliche Situation, weil schon sehr viel Zeit und Geld in die Vorbereitungen gesteckt wurden. Alleine die Verbindlichkeiten mit der Firma, die für die elektronische Zeitmessung verantwortlich sein sollte, belaufen sich im dreistelligen Bereich. Die Absage des Rennens bedeutet für den Verein auch einen hohen Imageverlust, schließlich wurde das Rennen bundesweit ausgeschrieben und auch beworben“, sagt Michael Kombächer vom RSV.

Eine Ersatzstrecke in Elnhausen wäre länger und könnte am 13. Juni von der Polizei nicht abgesichert werden, so Kombächer. Das Rennen „Rund um den Elisabethbrunnen“ wird seit 2008 jährlich ausgetragen. Der 7,75 Kilometer lange Rundkurs wurde als Strecke ausgesucht, da anspruchsvolle Steigungen und die örtliche Infrastruktur ideal für ein solches Rennen seien.

2009 fanden die Bezirksmeisterschaften der Bezirke Lahn und Taunus/Wetterau sowie die Hessenmeisterschaften der Senioren und der Frauen statt. Mehr als 300 Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet wurden für dieses Jahr erwartet. „Dieser Ausfall gefährdet nicht nur die finanzielle Substanz, sondern auch die sportliche Zuverlässigkeit des Vereins. Wir sind gerade dabei, unser zartes Pflänzchen ‚Rund um den Elisabethbrunnen‘ zu einem Rennen mit Niveau in Mittelhessen zu machen“, so der Cheforganisator Hans-Joachim Führer. Ob das Rennen im nächsten Jahr auf dieser Strecke stattfinden kann, stehe noch nicht fest, so der Verein.

von Anna Ntemiris


  • ASV gibt noch nicht einmal eine Zusage für 2011 Jens – 20.05.10
    Ich kann Alexander in seiner Analyse nur voll und ganz beipflichten. Die Sache ist tatsächlich auch in einen größeren Kontext einzuordnen, das sehe ich genauso.
    Für 2010 heißt dies aber für uns vor Ort, dass keine 4 Wochen vor dem Termin der Verein von der öffentlichen Hand im Stich gelassen wird! Aufgrund der Vorgeschichte halte ich dies für einen Skandal: Ich bin nicht nur Radsportler, sondern auch Mitglied des Ortsbeirates Schröck. Schon vor zweieinhalb Monaten haben wir auf den katastrophalen Strassenzustand hingewiesen. Wir erhielten keine Antwort, nur Schilder wurden aufgestellt, die die Straße erst für Motorräder und später für Fahrräder sperrten. Umweltbewusste Schröcker (von denen es einige gibt!) dürfen nicht mehr mit dem Rad zur Arbeit fahren oder müssten weite Umwege in Kauf nehmen.
    Jetzt wurde das Rennen abgesagt. Das tolle Engagement des RSV Marburg wird unterlaufen! Bereits gezahlte Startgelder müssen zurück überwiesen werden.
    Der FSV Schröck hatte auf Wunsch des RSV Marburg geplant, öffentlich das erste Fußball-WM-Spiel Deutschlands zu zeigen, damit die bundesweit angereisten Sportler nach dem Rennen Fußball schauen hätten können. Eine schöne, sportartübergreifende Kooperation zweier Vereine fällt somit ebenfalls aus. Auswärtige Radsportler müssen 4 Wochen vor dem Tag X gebuchte Unterkünfte stornieren. Dem Verein entstehen hohe Kosten für nichts. Der Begriff "Schildbürgerstreich" ist für dieses Szenario weit untertrieben!
    In 2010 wird die Straße nicht repariert, dass steht bereits fest! Der Gipfel der Zumutung ist meines Erachtens aber, dass das ASV noch nicht einmal für 2011 eine Zusage für die Straßenreparatur geben kann, so dass derzeit völlig unklar ist, ob das Rennen wenigstens in 2011 wieder in Schröck stattfinden kann!
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  • Übler Rückschlag Reinhold – 20.05.10
    Wir wollten zu viert am Jedermannrennen teilnehmen und morgen schon mal die Strecke abfahren. Das können wir uns jetzt wohl sparen.

    Ein übler Rückschlag für den RSV Marburg, die teilnehmenden Sportler und letztendlich für den Rennradsport in der Region.

    Bekommen die Organisatoren wenigstens eine finazielle Entschädigung für ihren bisherigen Aufwand?

    Nebenbei fragt man sich, wie lange Autofahrer noch zunehmend abkassiert werden, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Die Sanierung der Straße wäre ungefähr so teuer geworden wie eine moderne Radarfalle, letzere ist aber offensichtlich wirtschaftlicher. Und beide (schlechte Straßen und Radarfallen) nehmen zahlenmäßig exponentiell zu.

    Ich hoffe, dass sich die Organisatoren nicht entmutigen lassen und das Rennen im kommenden Jahr wieder stattfinden lassen !

    Gruß Reinhold
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  • Radrennen in Schröck Alexander – 20.05.10
    Die Ursache für den Ausfall des Radrennens liegt nicht allein beim harten Winter. Sie liegt gleichermaßen bei der Politik, die seit Jahren den Banken und den Finanzspekulanten erlaubt Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit zu machen. Die Sparmaßnahmen im kommunalen Bereich sind die Konsequenzen dieser Politik, die wir nun alle zu spüren bekommen - in Form von kaputten Straßen, geschlossenen Sozialeintrichtungen etc.

    An der allgemeinen Rechtslage hat die Politk seit der sogenannten Finanzkrise nichts geändert. Finanzspekulanten machen weitere ihre Geschäfte und die Kosten werden auf die Bürger abgewälzt.

    Siehe auch: www.nachdenkseiten.de
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