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Radfahrer üben 
Kritik an Landkreis

Ausbau des Radwegenetzes Radfahrer üben 
Kritik an Landkreis

Bewohner der Außenstadtteile bemängeln 
eine mangelnde Kooperationsbereitschaft und Des
interesse der Landkreisverwaltung und von Hessen Mobil am Radwege-Ausbau.

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Rad fahren in Richtung Lahnberge.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Zu Ortsterminen erscheint kein Vertreter, man stößt konsequent auf taube Ohren. Dabei sind gerade die Leute in den Marburger Dörfern auf die enge Kooperation der zuständigen Behörden angewiesen“, sagt etwa Henner Gonnermann. Er verweist auf die Strecke vom Oberen Rotenberg nach Wehrshausen, wo „sich einfach partout nichts tut“.

Das sieht Jürgen Friesen genauso. Speziell die Situation zwischen Dagobertshausen und Elnhausen sei „ein Debakel“. Vor zwei Jahren bejahte das Stadtparlament einen Antrag der Marburger Bürgerliste für einen Radwegenetz-Ausbau in den westlichen Stadtteilen – eben in Kooperation mit dem Landkreis.

Kririk vom Radverkehrsbeirat

„Passiert ist bis heute, wegen einem Musterbeispiel an Kompetenzgerangel, nichts“, sagt Friesen. Auch OB Dr. Thomas Spies (SPD) bezeichnet während des Stadtforums zur Fortschreibung des Radverkehrsentwicklungskonzepts die Situation rund um Elnhausen, wo es um ein paar hundert Meter Strecke geht, als „ein Trauerspiel“.

Es werde seitens der Behörden immer wieder mit zu niedrigren Radverkehrszahlen argumentiert, was Investitionen für einen Umbau im Westen nicht rechtfertigen würde, ergänzt Wolfgang Liprecht vom Marburger Radverkehrsbeirat. „Aber es kann ja niemals mehr Radverkehr geben, wenn die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen werden: die Wege also nicht befahrbar und sicher gemacht werden“, sagt er. Hintergrund der Kritik ist, dass auf den die Stadt umgebenden Landes- und Kreisstraßen Kreisverwaltung oder Hessen Mobil die Radwege errichten müssten.

Bürger können Wünsche an die Stadt schicken: radverkehrsplan@marburg-stadt.de

von Björn Wisker

Bürgerbeteiligung 
aus dem Stegreif

Die Vorstellung der bisherigen Ergebnisse des Radverkehrs- entwicklungsplans hat sich als Lehrstück für verpasste Bürgerbeteiligung entpuppt. Das Interesse an der angestrebten Verkehrs-Neuordnung beim Stadtforum ist groß gewesen, eine Menge Wünsche wurden geäußert.

Aber wenn am Ende selbst viele der von den Zielen profitierenden Radfahrer irritiert von den Grobplänen sind, ist wohl etwas schiefgelaufen. Die Planungsgruppe Nord hat zwar inhaltlich erste interessante und diskutable Ideen geliefert – darunter manche Utopie. Einiges davon geht aber offenbar an den Bedürfnissen der Bewohner vorbei. Vor allem in den Außenstadtteilen ist man weit weniger an breiten Rad-Trassen als an grundlegendsten, halbwegs sicheren Strecken ins Zentrum interessiert.

Selbst in der Kernstadt ist erstmal die grundsätzliche Wege-Beschaffenheit ein größeres Thema als die Umsetzung eines angesichts der Topografie sicher sinnvollen Pedelec-Plans. Auf Lösungsansätze für die großen Probleme, etwa einer Behringwerke-Radweganbindung, warteten die Interessierten vergeblich.

Immerhin: Der Oberbürgermeister hat beim Stadtforum ebenso schnell wie unbürokratisch auf die Mitwirkungs-Kritik reagiert. Mit dem Versprechen, eine E-Mail-Adresse für alle Wünsche einzurichten, ist aus dem Stegreif eine Beteiligungsmöglichkeit entstanden.

Es geht doch! Im selben Zug ist die Spontaneinbindung der Interessierten aber nur eine verkappte Bürgerbeteiligung, da sie sich erstmal an die Radlobby, nicht auch an die Auto-Anhänger richtet. Der Magistrat täte jedenfalls gut daran, bei einem in der Stadt so hitzig diskutierten Thema wie dem des Verkehrs zuerst die Bewohner mitreden, dann mitwirken zu lassen – bevor Planer, Parlament und Magistrat Fakten schaffen.

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