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Radfahrer stehen in den Startlöchern

Saisonbeginn Radfahrer stehen in den Startlöchern

In den Fahrradwerkstätten herrscht derzeit großer Andrang. Radfahrer wollen, sobald das Wetter mitspielt, in die neue Saison starten.

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Vor dem Start in die Radfahrsaison sollte das Fahrrad gecheckt werden, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wenn die Temperaturen steigen, steigen Aktive wieder vermehrt aufs Fahrrad um. Ob zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen oder einfach zum Vergnügen. Derzeit lädt das Wetter noch nicht unbedingt zum Radeln ein, aber es müssen ja auch keine großen Touren sein. Christian Breuer, Inhaber des Fahrradladens Pirad, fährt bei jedem Wetter Rad. „Wichtig ist nur, einen Regenponcho dabei zu haben, den schmeisst man bei Regen mal eher über. Und so oft regnet es auch gar nicht.“

Laut Christian Breuer müssen es bei diesem Wetter auch gar nicht die großen Touren sein. „15 Minuten am Tag sind völlig ausreichend, um der Muskulatur und sich etwas Gutes zu tun“, sagt er. Außerdem empfiehlt er den Radfahrern, sich nicht ständig unter Geschwindigkeitsdruck zu setzen. „Einfach mal gemütlich die schönen Radwege im Lahntal nutzen und die Natur genießen“, so der Tipp von Breuer.

Reifen, Speichen und Bremsen prüfen

Vor dem Fahrradstart in den Frühling sollte zunächst unbedingt der Frühjahrscheck anstehen. „Wichtig ist es, die Reifen zu überprüfen, denn wenn die längere Zeit stehen, werden sie spröde“, sagt Ralf Bohlender stellvertretender Filialleiter von Boc, ehemals Bikemax. Beim Zusammenquetschen der Reifen, lässt sich erkennen, ob Risse vorhanden sind. Die Speichen sind nacheinander zu drücken, „um zu prüfen, ob sie locker sind“, so Bohlender. „Wenn das so ist, müssen sie nachzentriert werden. Aber in einer Fachwerkstatt. Das ist auch nicht teuer“, sagt der Experte.

Felgenbremsbeläge sollten alle zwei bis drei Jahre ausgetauscht werden, denn dann ist der Verschleiß da. „Die Kette muss geölt werden und darf keinen Rost haben“, erklärt Bohlender. „Nur gut geölte Ketten funktionieren auch gut.“ Bei zu viel Öl verbunden mit Schmutz, bildet sich eine schwarze Pampe. „Die Zähnchen der Kette sollte man auf jeden Fall erkennen können.“ Es gibt auch extra Bürstchen, um die Kette vom Schmutz zu befrreien. Die Federgabel am Rad oder andere Federelemente sind ebenfalls zu ölen. „Dafür gibt es spezielle Öle“, so der Experte. Bei hochwertigen Rädern mit Luftfederelementen ist Aufpumpen angesagt. „Wichtig ist auch, die Beleuchtung zu überprüfen.“ Für E-Bikes gilt der gleiche Check. „Allerdings sollte der Akku alle zwei Monate geladen werden, wenn das Rad länger steht, dann ist man auf der sicheren Seite“, so Bohlender. Ein neuer Akku kostet nach Auskunft des Fachmannes 700 Euro.

In der Fahrradwerkstatt von Boc geht es zuzeit hoch her. „Das ist jedes Jahr im März und April so. Da wollen die Leute für die Ostertour ihr Fahrrad checken lassen.“ Zeitweise stehen bis zu 150 Räder in der Werkstatt, um gewartet zu werden.

Doch auch wenn das Fahrrad nun sicher für die neue Saison ist: Die Fahrer selbst sollten auch einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Bei einem Unfall ziehen sich Radfahrer meist immer Verletzungen zu. Ein einfacher Sturz reicht, um sich zu verletzen.

Mehr als 21 000 Rad-Unfälle in Mittelhessen in 2013

Im Straßenverkehr geht es bei einem Unfall meist schlimmer aus. 2013 gab es in Mittelhessen 21 685 Unfälle. „471 unter Beteiligung eines Radfahrers“, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich. „Dabei gab es einen Toten, 84 Schwerverletzte und 301 Leichtverletzte.“ Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren auf 536, so Ahlich. „Zwar gab es keinen Toten, aber mehr Verletzte.“ Einen Trend, dass die Zahl der Fahradunfälle steigt, will der Polizeisprecher aus diesen Zahlen noch nicht festmachen. Er rät Radfahrern, soweit wie möglich selbst Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. „Auch wenn es keine Helmpflicht gibt, sollten Radfahrer einen tragen.“ Diese können schwere Kopfverletzungen verhindern. Des Weiteren kann refelektierende Kleidung schützten.

Ahlich verweist auch auf die Pflicht, Radfahrwege zu nutzen, sofern diese als solche ausgewiesen sind. „Nur wo das Hinweisschild fehlt, darf die Fahrbahn genutzt werden.“ Wer gekennzeichnete Radwege nicht nutzt, kann mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro geahndet werden.

Tipp: R@dtouren

Die Oberhessische Presse hat ein Radtouren-Magazin für den Landkreis und die Umgebung herausgegeben. Darin sind acht Radtouren rund um Marburg aufgeführt.

Angefangen vom Lahntal-Radweg über den Ohm-Eder-Radweg bis hin zum Seen-Radweg. Und auch auf die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecken wird hingewiesen.

Darüber hinaus gibt es Service-Informationen über Fahrradbekleidung, Verpflegung unterwegs sowie Kartenmaterial zum Heraustrennen. Verleih- und Akkuwechselstationen sind ebenfalls aufgeführt.

Das Radtouren-Magazin gibt es in den Geschäftsstellen der Oberhessischen Presse zum Preis von 4,90 Euro.

von Heike Horst

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