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Radfahrer haben Vorrang auf Straße

Auf der Weide Radfahrer haben Vorrang auf Straße

Die Radfahrer nahmen am Mittwoch die neue Marburger Fahrradstraße sofort in Beschlag: Sie dürfen dort künftig auch nebeneinander fahren.

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Radfahrer haben künftig Vorrang auf der Straße Auf der Weide. Autoverkehr ist in der ersten Marburger Fahrradstraße für Anlieger ­allerdings auch weiterhin erlaubt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eigentlich wird sich im Alltagsverkehr durch die Ausweisung der Straße „Auf der Weide“ als Fahrradstraße zunächst gar nicht so viel ändern. Denn nach wie vor sind Anlieger in dieser Straße als Autofahrer zugelassen. Und die Straße, die von der Frankfurter Straße abbiegt und dann teilweise parallel zu einem Altarm der Lahn verläuft, war schon bisher keine Durchgangsstraße.

Nach wie vor dürfen beispielsweise Besucher oder Mitarbeiter des Altenheims, aber auch Lieferanten oder Anwohner der Straße und deren Besucher, mit ihren Autos die Straße zwischen Frankfurter Straße, Hirsefeldsteg und dem Steg zum Bückingsdamm befahren.

Aber es gibt nun einen entscheidenden Unterschied: „Der Autoverkehr muss sich unterordnen“, erläuterte Dieter Hagenbrink, Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde, am Mittwoch bei der offiziellen Einweihung der neuen Fahrradstraße vor Ort. So gilt in dieser Straße Tempo 30, und zudem sollen Autofahrer besonders Rücksicht auf Radfahrer nehmen. Diese dürfen sogar nebeneinander fahren.

Die Ausweisung dieser Straße als Fahrradstraße hat der Magistrat auf Anregung des Radverkehrsbeirats beschlossen, ­erläuterte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Weg zum städtischen Bad "Aquamar"

Ermöglicht wird die Einrichtung einer solchen Straße vor allem dadurch, weil der Radverkehr in der Straße die vorherrschende Verkehrsart darstellt. Das ergab eine Verkehrszählung der Marburger Straßenverkehrsbehörde, die zur Hauptverkehrszeit einen Anteil des Radverkehrs von 74 Prozent gegenüber dem Anteil des motorisierten Fahrverkehrs von 26 Prozent zählte.

Der über die Lahn führende Hirsefeldsteg und die sich daran Richtung Innenstadt anschließende Straße Auf der Weide sind die wichtigsten Verbindungen zwischen den Radwegen auf den beiden Seiten der Lahn und dem Südviertel. Sie wird täglich von vielen Radfahrern genutzt, beispielsweise um das städtische Bad „Aquamar“ zu erreichen.

Das Projekt sei das Ergebnis einer langen verkehrspolitischen Diskussion, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Von­seiten des Magistrats und der Straßenverkehrsbehörde werde­ nun gespannt geschaut, wie die Umsetzung der Idee erfolge, sagte Kahle. Der Appell, sich vorsichtig zu verhalten, gelte aber besonders am Übergang zum Hirsefeldsteg auf Höhe der Kindertagesstätte auch für die Radfahrer, so Kahle.

Für Radfahrer sei diese Straße nun wie eine Hauptverkehrsstraße, freute sich Wolfgang Schuch vom Radverkehrsbeirat. Derzeit wird der dritte Marburger Radverkehrsentwicklungsplan aufgestellt. Darin ist auch die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen geplant.

In der Straßenverkehrsbehörde gibt es bereits einige Ideen für Standorte. Weil allerdings auch noch weitere Vorschläge von Bürgern gesucht werden, sollen diese noch nicht verraten werden. Prinzipiell sieht Stadtbau­direktor Jürgen Rausch die Einrichtung solcher Fahrradstraßen als einen Beitrag zur Förderung des Radverkehrs in Marburg. Dies sei in Marburg wichtig, weil ein großer Teil der mehr als 27000 Studierenden sich in der Stadt mit dem Rad fortbewege.

von Manfred Hitzeroth

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