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Radeln soll Stimmung heben

"Mood Tour" in Marburg zu Gast Radeln soll Stimmung heben

Die Tandemfahrt „Mood-Tour“ bietet in 70 deutschen Städten auch Mitfahr-Aktionen fürInteressierte an. Jetzt machte sie Station in Marburg.

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Mit einem Smiley für mehr Akzeptanz von Depression: die Radler Sebastian Burger (von links), Kadriye Uyar, Andreas Jung, Richard Tümmler, Dieter Stapel, Dirk Hagenguth, Karo Neumann und Anke Schmüser. Foto: Arnd Hartmann

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Zwei Tandem-Teams mit jeweils sechs Personen starteten am 14. Juni in Leipzig mit dem Ziel, einmal alle Bundesländer zu befahren, ein Zeichen gegen Stigmata der Depression zu setzen und sich am 20. September wieder gemeinsam in Köln zu treffen.

Gefahren wird in zwölf Etappen à zehn Tagen und rund 55 Kilometer pro Tag. Die Tour soll neben der Aufklärung über das Krankheitsbild auch bei den Teilnehmern die Stimmung (englisch: Mood) heben. Mit Zelten und Campingausrüstung, so viel wie die Satteltaschen tragen, ist es vor allem die Freiheit auf zwei Rädern und die Natur, welche den Teilnehmern einen anderen Aspekt des Lebens vermittelt.

Zurzeit befinden sich die mutigen Radler auf hessischen Wegen und haben bereits ein Drittel ihrer Tour zurückgelegt. Für einen Zwischenstopp in der Universitätsstadt nahmen sie sich die Zeit, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das Marburger Bündnis gegen Depression nahm die Gruppe auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz in Empfang.

Initiator Sebastian Burger, der neben einer künstlerischen Tätigkeit sein persönliches Engagement in sozialen Projekten integriert, organisierte bereits im Jahr 2012 die erste „Mood-Tour“ mit Menschen mit und ohne Depressions-Erfahrung.

Die Teilnehmer dieses Radel-Events verfolgen gleich zwei Ziele: Aufmerksam machen auf eine Krankheit, die als solche einen höheren Stellenwert innerhalb der Bevölkerung einnehmen muss, sowie die Stärkung des Einzelnen bei sportlicher Aktivität im Gemeinschaftserlebnis. „Das Nützliche mit dem Guten kombinieren, Betroffene adressieren und zum Nachdenken anstoßen“, sagte Burger.

„Ich musste erst an meine Grenzen kommen“

Kadriye Uyar studiert Sonderpädagogik an der Leibnitz-Universität in Hannover. Sie selbst ist nicht depressionserfahren, kennt aber Betroffene aus ihrem privaten Umfeld und erfuhr über die Robert-Enke-Stiftung von der Tour. Dass die 32-Jährige in ihrem Sehverhalten stark eingeschränkt ist, stellt für die Tour aber keine Schwierigkeiten dar. „Ich musste erst an meine Grenzen kommen, es ist eine Herausforderung, da ich bisher noch keine Outdoor-Erfahrung gemacht habe“, erzählte Uyar.

Verlässliche Partner wie der ADFC Bremen und die Deutsche Depressions-Liga unterstützen die Teilnehmer der „Mood-Tour“ auf ihrer Reise. Auch die engen Partnerschaften mit der Deutschen Rentenversicherung, „Aktion Mensch“ und der Barmer Krankenkasse machten den Trip erst möglich.

n Für 2016 ist bereits die nächste Rad-Tour durch die Bundesrepublik geplant, aber auch Mitfahrer werden noch für anstehende Etappen gesucht. Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.mood-tour.de/mitmachen/mitfahr-aktionen

von Arnd Hartmann

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