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Rad-Helfer lehnen Standort-Idee der Stadt ab

Selbsthilfe-Werkstatt Rad-Helfer lehnen Standort-Idee der Stadt ab

Der Zwist zwischen den Aktivisten der Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt "Radikate" und der Stadtverwaltung schwelt weiter.

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Gegen die Räumung und Zuschüttung des Biegenstraßen-Tunnels, für den Erhalt von „Radikate“: Während der Fahrrad-Demo Anfang Juli protestierten 200 Teilnehmer.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Nachdem die Stadtspitze den Betreibern das Angebot gemacht hat, vom Fußgängertunnel in der Biegenstraße in Container nahe der Philosophischen Fakultät auszuweichen, erklärt sich „Radikate“ in einem offenen Brief an Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). „Sie boten uns an, im Tunnel zu bleiben, solange die Statik stimme, wie es auch die OP vom 11. Juni berichtet. Das nun vorliegende Angebot steht im Gegensatz zu dieser Aussage und deutet darauf hin, dass unsere Anwesenheit im Tunnel nicht länger erwünscht ist.“

Die Option des vorgeschlagenen Containers stelle für „Radikate“ aus mehreren Gründen „kein ernstzunehmendes Angebot“ dar: „Es ist uns schlichtweg aus Platzgründen nicht möglich, mit dem Werkstattbetrieb von den momentan zur Verfügung stehenden 80 Quadratmetern auf nur 18 Quadratmeter auszuweichen.“

Unklar, wie lange sie im Container beliben müssten

Des Weiteren fehlen den Betreibern der Fahrradwerkstatt zufolge im Container Wasser-, ein Starkstrom-Anschluss und eine Heizung. „Die PhilFak ist abgelegener als der Tunnel und deshalb vor allem nachts ein unsicherer Standort, der außerdem die Werkstatt aus einem städtischen in einen studentischen Kontext rückt: Zwei Umstände, die aus unserer Sicht Zugangsbarrieren schaffen können. Schließlich ist ebenfalls nicht sicher, für wie lange wir in dem vorgeschlagenen Container bleiben müssten.“

Hintergrund des Streits sind Pläne des Magistrats, den Tunnel in der Biegenstraße zuzuschütten. Die Stabilität der Unterführung sei nicht mehr dauerhaft zu gewährleisten, außerdem könne die Kommune Fördergelder beantragen, um die „alte Fehlplanung“, wie Kahle den Tunnel bezeichnet, zu beseitigen. Einen genauen Zeitplan für die Zuschüttung gibt es den Aussagen des Bürger-meisters zufolge noch nicht. Zuletzt schaltete sich Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) in die Debatte ein, stellte den Betreibern von „Radikate“ einen Alternativ-Standort am Rudolphsplatz in Aussicht, sobald dieser neu gestaltet worden ist.

Die Helfer der Werkstatt bieten in der Biegenstraßen-Unterführung zwei Mal pro Woche ehrenamtlich Werkzeug und Anleitung für Rad-Reparaturen an. Die Idee entstand während des Bildungsfests 2009.

Anfang Juli protestierten 200 Teilnehmer während einer Rad- und Skatedemonstration gegen die Zuschüttung des Tunnels, forderten eine Veränderung der Stadtentwicklungspolitik.

von Björn Wisker

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