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Rad-Helfer fürchten Rausschmiss

Sanierungspläne vs. Ehrenamt Rad-Helfer fürchten Rausschmiss

Initiatoren und Fans der Fahrrad-Werkstatt "Radikate" protestieren gegen die geplante Schließung und Zuschüttung des Fußgängertunnels in der Biegenstraße.

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Das Angebot von „Radikate“ um die Helfer Joschka Waas (rechts) und Jonas Fritzsche im Biegenstraßen-Tunnel steht vor dem Aus,da die Stadt den Tunnel zuschütten will. Foto: Björn Wisker

Marburg. Die Betreiber der Werkstatt bieten in der Unterführung zwei Mal pro Woche Werkzeug und Anleitung für Rad-Reparaturen an. „Eigentlich waren wir gerade dabei, den unterirdischen Freiraum um eine Holzwerkstatt zu erweitern“, sagt Jonas Fritzsche von Radikate. Neben Rädern auch Möbel reparieren zu können, sei das Ziel gewesen, ergänzt Joschka Waas. „Jede Woche stehen die Leute Schlange, um ihr Rad zu reparieren. Wir helfen im Jahr über 700 Menschen, auch ohne viel Geld mit dem Fahrrad mobil zu sein“, ergänzt Helge Meischner. Doch nun steht die Existenz des Projekts, das im Rahmen des Bildungsfests 2009 entstand, auf dem Spiel.

Der Grund: Der Magistrat plant, den Weg unter der Hauptstraße zuzuschütten. Die Unterführung sei eine Fehlplanung, passe nicht mehr ins Stadtbild, verursache jährliche Wartungskosten, erläutert Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Würde die Stadt den Tunnel bald schließen, könne sie finanzielle Zuschüsse abgreifen. Baurechtlich gelte die Unterführung als Brücke. Die Stabilität dieser sei langfristig nicht zu gewährleisten. „Klar ist, dass wir den Tunnel irgendwann zumachen werden“, sagt er.

„Bisher wurde völlig über uns hinweg geplant“, entgegnet Hannah Weisbach. Die Stadt „verkennt den Beitrag“ der im Tunnel geleistet werde. Das Umweltbildungsprojekt der Ehrenamtlichen werde „wegsaniert“. Die Forderung: „Radikate muss erhalten bleiben! Der Tunnel ist ein optimaler Raum für die Selbsthilfewerkstatt und für die Nutzer gut erreichbar“, sagt Meischner. Die Initiatoren und Fans der Werkstatt seien entschlossen, für den Fortbestand zu kämpfen: Neben einer Unterschriftenaktion, die gerade läuft, soll es im Juli eine Fahrrad-Demo in der Stadt geben.

Kahle signalisiert indes Entgegenkommen: Das Angebot der Radikate solle erhalten bleiben, es müsse aber ein anderer Standort gesucht werden. „Solange die Stabilität nach den regelmäßigen Prüfungen gewährleistet ist und wir keine konkreten Zeitpläne haben, kann das Angebot dort bleiben“, sagt er.

von Björn Wisker

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