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Familienzentrum Gedankenspiel

Putzfische säubern Scheiben und Blätter

Minutenlang stehen Lias, Adele, Anna und Josi mit großen Augen vor dem neuen Aquarium im Familienzentrum Gedankenspiel in Wehrda und beobachten Regenbogenfische, Antennenwelse und Neonsalmer
Bernhard Beltz spricht mit Lias (von links), Adele (vorne), Anna und Josi über Neonsalmer – die bunten Blickfänge im neuen Aquarium. Foto: Florian Lerchbacher

Bernhard Beltz spricht mit Lias (von links), Adele (vorne), Anna und Josi über Neonsalmer – die bunten Blickfänge im neuen Aquarium.

© Florian Lerchbacher

Wehrda. Wenn Bernhard Beltz das Familienzentrum Gedankenspiel betritt, warten meist schon zahlreiche Kinder vor dem neuen Aquarium im Obergeschoss. Obwohl er erst seit Kurzem regelmäßig in die Einrichtung kommt, haben die Jungen und Mädchen, aber auch die Erzieher „ihren Bernhard“ bereits ins Herz geschlossen: Der Vorsitzende des Marburger Aquarien- und Terrarienvereins steht Kindern und Fachkräften mit Rat und Tat und jeder 
Menge Freundlichkeit bei der Betreuung des Aquariums zur Seite.

Die kleine Wasserwelt ist ein Gemeinschaftsprodukt des bundesweit agierenden „Netzwerks Natur“ und des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. Um die Finanzierung kümmern sich Tetra, der Marktführer der Aquaristikbranche, und die Stiftung von „Town and Country Haus“ – 
in Marburg vertreten vom Lizenzpartner „Neuhoff Massivbau GmbH“ mit Sitz in Dillenburg.

Sinnvolle Zusammenstellung der Bewohner

Das gemeinsame Ziel ist es, Kindern das Ökosystem Wasser und seine Bedeutung für die Menschen näherzubringen. Um dies professionell verwirklichen zu können, kümmern sich langjährige Aquarianer um die Betreuung.

„Nach Farben und Formen haben wir uns die Fische ausgesucht. Wir haben die genommen, die am schönsten sind“, berichtet Nico von den Vorbereitungen. „Und wir wollten Putzfische, die Scheiben und Blätter saubermachen“, ergänzt Hannah – während Beltz sich bescheiden im Hintergrund hält und später erklärt, dass er auf eine sinnvolle Zusammenstellung der Bewohner geachtet habe: „Sie müssen schließlich zueinander passen.“

Seit 38 Jahren ist Beltz leidenschaftlicher Aquarianer. Das Aquarium im Familienzentrum ist das zweite, das er ehrenamtlich betreut. Das erste steht in einem Altenpflegeheim am Ortenberg und ist ebenfalls nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Treffpunkt. Ausdauernd würden die Bewohner die Fische beobachten und ihn im Nachgang über Details informieren, die für eine professionelle Betreuung notwendig sind.

Besonders spannend findet der Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn, dass Kinder und Senioren oftmals ähnliche Fragen stellten: „Das Futter ist ganz oft Thema. Ein Hinweis, den ich immer wieder bekomme, ist, dass der Geophagus Sand fresse. Das macht er aber natürlich nicht. Er nimmt den Sand ins Maul und siebt alles heraus, was als Futter verwertbar ist. Den Rest lässt er rausrieseln.“

Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen

Ins pädagogische Konzept der Stadt passt die neue Wasserwelt perfekt, wie Petra Heuser vom Fachdienst Kinderbetreuung hervorhebt: „Biologische Vielfalt und Ökosystem sind wichtige Themen, die wir den Kindern vermitteln wollen. Durch das Aquarium können wir das perfekt in den Alltag einbinden.“

Noch dazu lernten die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, ergänzt Familienzentrumsleiterin Dr. Mara Meske. Schließlich kümmern sich die Kinder komplett um die Versorgung: Füttern können sie bereits selbstständig, beim Reinigen des Aquariums bekommen sie natürlich Hilfe von den Erziehern –
und Tipps und Hinweise von Bernhard Beltz.

von Florian Lerchbacher


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