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Punker provoziert Polizisten

Aus dem Gericht Punker provoziert Polizisten

Wegen eines provokanten Schriftzugs, verbalen Beleidigungen und Übergriffen gegen Polizeibeamte muss sich ein junger Mann wegen Beleidigung sowie versuchter Gefangenenbefreiung vor Gericht verantworten.

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Ein 26-Jähriger soll während des Rosenmontagsumzuges Beamte attackiert haben.

Quelle: Martin Quast / pixelio.de

Marburg. Das herausfordernde Verhalten auf einer Anti-Nazi-Demo sowie auf dem diesjährigen Rosenmontagsumzug und ein vermeintlicher Hang zur Provokation des beschuldigten Punkers waren Thema am ersten Verhandlungstag.

Mit dem provozierenden Akronym „Polizei – Penner ohne Leistung im Zustand eines Idioten“ fiel der Angeklagte aus dem Nordkreis Anfang des Jahres auf einer Marburger Demonstration gegen rechte Burschenschaften auf. Der 26-Jährige soll sich mit seiner bedruckten Jacke gezielt am Rande des Zuges in Nähe der Polizeikräfte aufgehalten haben. Zwei Beamte fühlten sich „in ihrer Ehre verletzt“, so die umfangreiche Anklageschrift. Der Träger wurde nach einer Personenkontrolle festgenommen.

Angeklagter packt Beamten am Kragen

Mitte Februar besuchte der Angeklagte gemeinsam mit einigen Bekannten den Rosenmontagsumzug, konsumierte dabei größere Mengen Alkohol. Nachdem der angetrunkene Mann an die Mauer des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in der Biegenstraße uriniert hatte, wurde er von zwei Polizisten kontrolliert. Einem der Beamten soll er absichtlich ins Gesicht gerülpst und erneut seinen Jackenaufdruck präsentiert haben.

Kurze Zeit später entstand eine Auseinandersetzung mit hinzukommenden Bekannten des Angeklagten. Einen der Männer nahmen die Einsatzkräfte fest. Während einer der Ordnungshüter den Betroffenen an einer Mauer fixierte, packte der Angeklagte den Beamten von hinten am Kragen und versuchte ihn wegzuziehen.

Der Kollege griff ein, erhielt von dem Beschuldigten einen Ellbogenstoß gegen den Brustkorb. Nach dem Einsatz von Pfefferspray ging der Angreifer zu Boden. Weitere alarmierte Kräfte lösten die Situation auf.

Überprüfung der 
Personalien verweigert

Vor Gericht stellte der Angeklagte die Ereignisse in einem anderen Licht dar. Er kritisierte das seiner Meinung nach aggressive Verhalten der Polizisten, die seinen Freund mit übermäßiger Gewalt behandelt hätten. „Er wurde geschlagen, mit dem Kopf gegen die Wand geklatscht“, erklärte der Mann. Angeblich schlug einer der Beamten dem anderen Punker mit Handschellen auf den Hinterkopf. Als er bemerkte, dass der Kumpel aus einer Platzwunde blutete, griff er den Polizisten an, „ich musste einfach eingreifen“, sagte der Angeklagte.

Zu der bereits vorher aufgeheizten Lage kamen weitere pöbelnde Punker hinzu, die Stimmung drohte zu eskalieren, „es wurde immer aggressiver“, beschrieb einer der Polizisten die Situation. Die Gruppe begann, sich gegen die beiden Beamten zu wenden, verweigerten eine Überprüfung ihrer Personalien.

Der bereits zuvor streitlustige Angeklagte sei dem Kollegen plötzlich gegen den Rücken gesprungen, so der Zeuge. Die vorangegangene Auseinandersetzung zwischen dem Beamten und dem zweiten Punk habe er nicht genau sehen können. Daran äußerte Verteidiger Gunther Specht gewisse Zweifel und kritisierte den seiner Meinung nach unvollständigen Polizeibericht der Ereignisse.

Vehandlung auf November vertagt

Hinsichtlich der angeklagten Beleidigung während der Demonstration berichteten mehrere beteiligte Polizisten von einem auffälligen Verhalten des Beschuldigten. Dieser habe sich herausfordernd vor die Einsatzkräfte gestellt, sei gezielt auf Provokation aus gewesen, so die Zeugen. Seine Festnahme am Ende der Demo empfand der Mann als übertrieben. Auch die provokante Jacke trage er häufig, hatte deswegen noch keine Probleme mit der Justiz, teilte der 26-Jährige mit.

Um weitere Zeugen zu hören, wurde die Verhandlung auf den 11. November vertagt.

von Ina Tannert

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