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Protest gegen mehr Wohnungsbau am Richtsberg

Ortsbeirat Protest gegen mehr Wohnungsbau am Richtsberg

Anwohner am Richtsberg sind sauer über die Pläne, mehr Wohnhäuser im Stadtteil bauen zu lassen. Ihren Ärger haben sie während der Ortsbeiratssitzung geäußert - und hundert Unterschriften gesammelt.

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Bei der Projektvorstellung im Sommer 2013 zeigte Stefan Bürger von der GWH, wo die neuen Häuser geschaffen werden sollen. Archivfoto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Gemüter waren erregt und das Unverständnis groß: Mehr als ein Dutzend Richtsberger wehrt sich gegen die Wohnungsbaugesellschaft GWH und die Stadt Marburg, beziehungsweise gegen deren geplante Baumaßnahmen im Damaschkeweg.

Dabei geht es vor allem um die Art und Weise der Bebauung. „Wir verstehen ja, dass Wohnungsbedarf besteht. Aber wir werden durch diese Baumaßnahmen regelrecht wie Tiere eingepfercht“, sagte Elena W., eine der Protest-Initiatorinnen im Gespräch mit der OP. Sie sorge sich um die Zukunft, die Lebensqualität in der Nachbarschaft. Neben der „Einpferchung“ der Anwohner seien auch die Parkplatzsituation, die verstärkte Lärmbelästigung und die Luftverschmutzung durch den zusätzlichen Verkehr Probleme, die das Verdichtungsvorhaben mit sich brächte. „Wenn man so weitermacht, dann verkommt der Richtsberg. Mit diesen Plänen mindert man massiv die Lebensqualität am unteren Richtsberg. Das kann doch nicht ernsthaft das Interesse sein“, sagte Kerstin H., ebenfalls Anwohnerin des Damaschkewegs. 100 Unterschriften sammelten die Gegner, im vergangenen Monat schickten sie zudem ein Schreiben an den Magistrat.

Neue Wohnungen "im Interesse der Bewohner"

Stadtplaner Reinhold Kulle hingegen verteidigte die Pläne: Seit rund 30 Jahren seien am Richtsberg keine größeren Bauprojekte in Angriff genommen worden, so Kulle. Es bestünde schlichtweg Wohnungsbedarf. „Die Maßnahmen sind ja auch im Interesse von Bewohnern des Stadtteils, weil wir gerade für ältere Mitbürger am Richtsberg barrierefreie Häuser bauen“, sagte er. Sorgen und Ängste, das versprachen die Planer, würden „ernstgenommen“. Elena W. bezeichnet das Versprechen als „ein reines Lippenbekenntnis“. Es ist „hoffnungslos“, da „ohnehin nichts passieren wird“.

Laut GWH-Architektin Christiane Ochs sollen die Bauarbeiten am 1. September beginnen. Dabei handelt es sich um die Errichtung zweier Neubauten zwischen den Wohnhäusern Damaschkeweg 13 und 15. Die GWH will dort günstige Apartments und somit den Sozialwohnungsbestand ausbauen.

Ende September 2014 hatte der Ortsbeirat die Pläne für Baumaßnahmen mit einigen Vorbehalten genehmigt. Schon damals waren die Pläne, gerade in Bezug auf den Damaschkeweg bei einigen Anwohnern des Richtsbergs auf Widerstand gestoßen. Einen Beschluss fasste der Ortsbeirat Ende vergangener Woche zu der Thematik nicht.

von Benjamin Kaiser

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