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Protest: Schulz gibt Mandat im Kreistag ab

Nach Abwahl McGoverns Protest: Schulz gibt Mandat im Kreistag ab

Es ist eine weitere Konsequenz aus der vorzeitigen Abwahl von Dr. Karsten McGovern: Andreas Schulz, Bürgermeister von Ebsdorfergrund, gibt aus Protest sein Mandat ab. 13 Jahre lang war er Mitglied des Kreistags.

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Andreas Schulz wirft nach 13 Jahren im Kreistag Marburg-Biedenkopf hin. Von den aktuellen Entwicklungen an der Kreisspitze will er sich distanzieren.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Ich habe mir das reiflich überlegt und zwei Tage drüber geschlafen - es ist ein folgerichtiger Schritt. Es geht nicht anders“, sagte Schulz gestern im Gespräch mit der OP.

„Was im Kreistag mit Unterstützung der SPD passiert, ist nicht im Sinne der großen Mehrheit der Bevölkerung und auch nicht der Kommunalverfassung.“ Für ihn persönlich seien dies jedoch „elementare Kriterien“ für die Mitarbeit. „Ich kann die derzeitige Politik im Kreis daher nicht mittragen.“ Schulz ist sich in dieser Entscheidung der Unterstützung seines Ortsverbands sicher. Auch Elisabeth Newton, ebenfalls SPD-Kreistagsabgeordnete aus dem Ebsdorfergrund, stimmte gegen die Abwahl McGoverns. Auf Nachfrage der OP sagte sie zur Entscheidung von Schulz: „Ich bedauere es, kann es aber nachvollziehen. Für mich ist es schwer erträglich, was im Kreistag passiert ist - ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen will.“

Schulz kritisiert, „wie mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird“: „Die vorgezogene Abwahl eines bis vor kurzem noch vor allem von der CDU hochgelobten, qualifizierten Ersten Kreisbeigeordneten kostet uns 100000 Euro. Über die hohen Schulden und dass unser Landkreis unter dem Schutzschirm des Landes steht, redet seit Monaten keiner mehr und auch nicht darüber, wie man die Schulden abbauen will“. Es zähle nicht „das Beste für den Kreis zu erreichen, sondern nur, was personellen Partei- und Machtinteressen dient“.

Nachdenklich stimmt Schulz auch die „Pseudo-Stellenausschreibung zur Neubesetzung der Stelle“. Sie habe nicht das Ziel gehabt, möglichst viele qualifizierte Bewerber anzusprechen. „Schon vor der Abwahl stand der Nachfolger fest. Diese Politik lässt Glaubwürdigkeit vermissen.“

Mitglied in der SPD will Schulz gleichwohl bleiben und weiterhin im Ebsdorfergrund für die sozialdemokratische Politik stehen, betonte er. Nach der Reihenfolge der SPD-Liste ist Dr. Dirk Gehrke aus Lahntal der Nachrücker für Schulz.

von Carina Becker

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