Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Proteine sind Stars auf Kinoleinwand

Tagung Proteine sind Stars auf Kinoleinwand

Rund 200 Teilnehmer hatte das sechste Symposium des Marburger Zentrums für Synthetische Mikrobiologie.

Voriger Artikel
Zusammenarbeit mit Kollegen war einmalig
Nächster Artikel
„Ein Projekt von Marburg für Marburg“

Der Züricher Forscher Professor Andreas Plückthun hielt den Auftakt-Vortrag bei der Synmikro-Tagung vor rund 200 Zuhörern im Cineplex.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Einen ungewöhnlichen Rahmen hatte dieses Mal die wissenschaftliche Tagung des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie. Getagt wurde ausnahmsweise nicht in der Alten Aula, sondern in einem großen Saal des Marburger Cineplex-Kinos. Und auf der Leinwand waren einmal nicht Matthias Schweighöfer und Co. die großen Stars, sondern stattdessen standen bunt eingefärbte und stark vergrößerte Darstellungen von Proteinen im Fokus des Interesses.

Rund 200 Teilnehmer waren gekommen. Ein Großteil von ihnen waren Nachwuchswissenschaftler. Sie hatten bei der englischsprachigen Fachtagung die Chance, aus erster Hand von renommierten internationalen Forschern spannende Details rund um die aktuelle Proteinforschung zu erhalten. Dabei stand im Mittelpunkt die Frage nach dem Design von Proteinen.

Wie Kartoffeln, allerdings sehr viel kleiner

Sie sehen fast ein bisschen aus wie Kartoffeln, allerdings sind sie sehr viel kleiner: mit bloßem Auge nicht erkennbar messen die Proteine höchstens 100 Nanometer. Sie übernehmen auf molekularer Ebene lebenswichtige Aufgaben und sind gewissermaßen die Nano-Maschinen des Lebens. Proteine sind biologische Makromoleküle, die aus Aminosäuren durch Peptidbindungen aufgebaut werden. Sie finden sich in allen Zellen und verleihen nicht nur Struktur, sondern tragen wesentliche Funktionen, indem sie Zellbewegungen ermöglichen, chemische Reaktionen katalysieren oder Signalstoffe erkennen können. Die Funktionen der Proteine auf einem molekularen Level zu kontrollieren könnte ein Schlüssel sein, um biologische Systeme neu zu gestalten und sie zu verbessern. „Protein-­Engineering“ ist ein Teilgebiet der Biochemie und Biotechnologie, das sich mit der Konstruktion, Optimierung und Herstellung von Proteinen - darunter auch von Enzymen - ­beschäftigt.

„Designer-Enzyme werden die Grundlage für eine dritte Welle in der Biotechnologie legen“, sind sich die Veranstalter der Tagung, die Marburger Mikrobiologen Professor Victor Sourjik, Professorin Anke Becker und Dr. Tobias Erb, einig.

Industrielle Verwendungsmöglichkeiten könnten sie demnach beispielsweise in der „grünen Chemie“ haben oder mithilfe von Protein-Protein-­Interaktionen auch im Kampf gegen Krankheiten. Immer mehr könnten Wissenschaftler so zu „Protein-Ingenieuren“ werden. Mehrere Forscher aus der ganzen Welt, von der Schweiz und Deutschland bis nach Israel, gewährten den ­Zuhörern der Tagung Einblicke in ihre Labors und illustrierten dies mit vielen anschaulichen Grafiken. So berichtete die ­spanische Bio­chemikerin Aitziber Lopez ­Cortajarena von den ersten ­Erfolgen ihrer Arbeitsgruppe bei der Entwicklung von Nanoröhren und Nanofilmen auf der Basis spezieller Proteine, derer sie sich ebenso wie aus ­einem Lego-Baukasten bedienen.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr