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Professorenkatalog geht mit der Zeit

Online-Variante Professorenkatalog geht mit der Zeit

Der Marburger Professorenkatalog ist jetzt online freigeschaltet worden. Darin finden sich Informationen über Marburger Professoren der vergangenen Jahrhunderte.

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Professor Adam Krafft war einer der ersten Marburger Professoren. Die Zeichnung stammt von Ferdinand Justi.

Quelle: privat

Marburg. Der von Franz Gundlach zum 400-jährigen Uni-Bestehen im Jahr 1927 vorgelegte erste Band des „Catalogus Professorum Academiae Marburgensis“ und der von Inge Auerbach bearbeitete zweite Band bilden bisher die Grundlage für das Projekt. Angestoßen wurde es von Professor Otto Volk vom Landesgeschichtlichen Informationssystem „LAGIS“, aufgegriffen und mit umgesetzt wurde die Idee von Mitarbeitern des Marburger Uni-Archivs. Dabei ist die Marburger Universität der Vorreiter unter den hessischen Universitäten.

Nach der vor wenigen Wochen erfolgten Freischaltung des Projekts geht Dr. Katharina Schaal, die Leiterin des Uni-Archivs, jetzt auch in die Öffentlichkeit. Interessant ist die Neuerung für Archivnutzer, die zu Themen aus der Wissenschafts-, Universitäts- und Personengeschichte forschen. Die biographischen Daten zu den Professoren erhalten deren Lebensdaten sowie einen kurzen Abriss ihres Werdegangs, der sowohl akademische Stationen und Qualifikationen als auch berufliche Tätigkeiten umfasst. Die Informationen, die sich in den gedruckten Bänden des Professoren-Katalogs befinden, wurden ergänzt und überprüft anhand von Informationen aus der Deutschen Biographie und der Nationalbibliothek, erläutert Uni-Archiv-Mitarbeiter Dr. Carsten Lind. Zudem finden sich online weiterführende Links zu Online-Quellen wie Wikipedia sowie Literaturangaben. Außerdem werden familiäre Querverbindungen erläutert. Die Suche kann eingegrenzt werden durch eine Suchfunktion, die die Professoren beispielsweise über die Zugehörigkeit zu Fakultäten oder Zeitabschnitte auswählen und erkennen kann. „Das ist eine enorme Erleichterung gegenüber den Büchern“, meint Katharina Schaal.

Für eine einheitliche Teil-Bebilderung sorgen 200 Federzeichnungen von Ferdinand Justi (1837-1907), die jetzt größtenteils online gestellt wurden.

Der Marburger Sprachwissenschaftler hatte die Zeichnungen, die vom Marburger Uni-Museum angekauft worden waren, nach Vorlagen angefertigt. Die Zeichnungen bebildern nun die täglich wechselnde Galerie des Professorenkatalogs, die jeweils nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt wird.

Zusätzliche Finanzierung benötigt

Neben Lind und Schaal waren auch Stefan Aumann (Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde) und Lutz Vogel federführend an dem Projekt beteiligt, das nach Angaben von Schaal im Jahr 2013 angelaufen ist und bisher vorwiegend aus Bordmitteln bezahlt wurde. Für die Weiterführung des Projektes würde aber eine zusätzliche Finanzierung aus anderen Etats benötigt, worum sich Schaal und die Projektmitarbeiter im Vorfeld des Jubiläums „500 Jahre Philipps-Universität“ im Jahr 2027 auch bemühen wollen.

Es stehen noch einige zusätzliche Einträge an. So fehlen bisher komplett die Professoren-Biographien aus dem von Inge Auerbach bearbeiteten zweiten Band des Professoren-Katalogs, die den Zeitraum von 1945 bis 1971 umfassen.

Zudem sollen auch die Vorlesungs- und Personalverzeichnisse in das Online-Portal eingearbeitet werden. Sie könnten weitere Aufschlüsse über die wissenschaftlichen Spezialgebiete oder die Lebensumstände wie die von den Gelehrten bewohnten Wohnhäuser bieten.

Online findet man den Professorenkatalog unter www.uni-marburg.de/uniarchiv/pkat

von Manfred Hitzeroth

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