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Probleme durch Kurzzeit-Vermietungen

Ferienwohnungen Probleme durch Kurzzeit-Vermietungen

Die Debatte um den durch vermehrte Einrichtung von Ferienwohnungen befeuerten Wohnraum-Mangel geht weiter. Beobachter sehen für Marburg eine größere Bedrohung durch andere Angebote.

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Sparen bei Städtetrips: Kurzzeit-Vermietungen von Innenstadt-Wohnungen, wie etwa über den Online-Dienst AirBnB, kommen auch in Marburg immer häufiger vor.

Quelle: Archiv

Marburg. Immer mehr Apartments in Marburg werden als Kurzzeit-Unterkünfte im Internet angeboten – auf Plattformen wie Online-Übernachtungsdiensten AirBnB oder privatzimmer.de. 62 Angebote sind derzeit beim bekanntesten Anbieter, auf der Buchungs-Homepage AirBnB gelistet – Tendenz steigend. Bis auf zwei Unterkünfte in Wehrda sowie am Wehrdaer Weg befinden sich sämtliche Apartments in der Innenstadt, vor allem in Weidenhausen, Südviertel, Oberstadt und nahe den Bahnhöfen. Im Schnitt kostet ein Zimmer rund 40 Euro pro Tag.

„Durch solche Angebote ist zum Teil ein grauer Markt entstanden“, heißt es von der Marburger Tourismusorganisation MSLT auf OP-Anfrage. Dieser Sektor sei „nicht zu beeinflussen“, weshalb die touristischen Umsätze komplett am konventionellen Beherbergungsgewerbe vorbeigingen.

Kommerzielle Strukturen

Denn: Die Unterkünfte sind  selten angemeldet, registriert, da es für eine derartige Zweckentfremdung kommunale Ausnahmegenehmigungen geben müsste. Gerade in Städten mit angespanntem Wohnraum – wie Marburg – wird diese Mietrechtlern wie Norbert Schönleber zufolge so gut wie nie erteilt. „Was aber in diesem Sektor hier in den vergangenen Jahren aus dem Boden gesprossen ist, das ist echt Wahnsinn“, sagt Andreas Kunz, Verwalter und Eigentümer von 4 der 16 „Schlossblick“-Ferienwohnungen in der Cappeler Straße.

Hintergrund AirBnB: Das Ursprungskonzept des 2008 in San Francisco entstandenen Unternehmens war es, Gast und Gastgeber via Online-Buchung zusammenzubringen – mit einem „Coolness-Faktor“, sodass sich Privatleute beim vorübergehenden gemeinsamen Wohnen kennenlernen. Mittlerweile, so die Kritik von Immobilien- und Tourismusexperten, dominieren bei den Angeboten jedoch kommerzielle Strukturen. Nach Unternehmensangaben gibt es 1,5 Millionen Inserate in 26 000 Städten weltweit.

Manager, Forscher und andere Berufsgruppen ziehe es „weg von der dauerhaften festen Bleibe hin zu einer Tauschbörse unterschiedlicher Nutzer, um Flexibilität zu gewährleisten“, heißt es von MSLT. Das seien „Trends, die auch in der Universitätsstadt deutlich spürbar sind und sich ganz allgemein in Zukunft verstärkt durchsetzen werden“.

Die Eigentümer des vor der Schließung stehenden „Schlossblicks“ weisen indes auf ihrer Buchungs-Homepage auf die Rechtslage hin, warnen Besucher vor Buchungen in Marburg. Da jeder Ferienwohnungs-Eigentümer demnächst mit einer Nutzungsunterlassung zu rechnen habe, „könnten Verträge zwischen Anbietern und Gästen gegebenenfalls nicht eingehalten werden“.

Nur in Beherbergungsbetrieben wie Pensionen und Hotels seien Touristen „auf der sicheren Seite“.

von Björn Wisker

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