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Prinzenpaar trifft die Bundeskanzlerin

Empfang bei Angela Markel Prinzenpaar trifft die Bundeskanzlerin

Das Marburger Prinzenpaar vertritt Hessen beim Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin am kommenden Dienstag.

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Freude über den Besuch des Prinzenpaars in Berlin herrscht bei (von links) Karnevalsdezernentin Dr. Kerstin Weinbach, Prinz René Weiß, OB Dr. Thomas Spies, Prinzessin Birgit Ribic, Page Mike Merkel und Karnevalspräsident Markus Braun.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Das ist eine unfassbare große Ehre und eine aufregende Angelegenheit“: So freut sich der Marburger Karnevalsprinz René I. über die Einladung für das Prinzenpaar mit seinem Hofstaat in die Bundeshauptstadt nach Berlin. Zusammen mit Prinzessin Birgit I., Hofpage Mike und Hofdame Moni wird der Prinz beim Empfang von Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Dienstag Hessens närrische Farben in Berlin vertreten. Das Marburger Prinzenpaar repräsentiert dort 550 Vereine, die im Verband „Mittelrheinischer Karneval“ zusammengeschlossen sind.

Über die große Ehre für den Festausschuss Marburger Karneval, den das Prinzenpaar repräsentiert, freut sich auch der Marburger Karnevalspräsident Markus Braun. Er ist auch nicht ganz unschuldig an dem Zustandekommen der besonderen Reise in die Bundeshauptstadt. Als Mitglied im Bezirksvorstand des Karnevalsverbands hat er sich sehr für das Marburger Prinzenpaar eingesetzt. Es gab zwar kein „Tollitäten“-Casting. Aber bei einem Abendessen überzeugten Prinz René I. und Prinzessin Birgit I. den Verbandspräsidenten davon, dass sie würdig sind, die hessische Fassenacht in Berlin zu vertreten.

CD-Erlös für guten Zweck

So sind dieses Mal bei dem alljährlichen Empfang nicht Prinzenpaare aus den Großstädten Frankfurt oder Offenbach zum Zug gekommen, sondern Narren aus der mittelhessischen Provinz. Dabei hat Marburg in dieser Karnevals-Saison auch etwas Besonderes zu bieten: einen singenden Prinzen und eine beim Karnevalstanz aktive Prinzessin. Prinz René Weiß ist im Hauptberuf Schlagersänger, und in dieser Funktion hat er eigens für die Kampagne das Lied „Einmal Prinz zu sein“ aufgenommen. Darin singt er über seinen Lebenstraum, einmal in Marburg das Prinzenamt zu übernehmen. Bei einigen närrischen Auftritten hat sich das Lied schon als echter Hit erwiesen, der die Fans begeistert hat.

In einer Auflage von 1000 Stück wurde die CD gepresst, die das Lied in drei Versionen – Radio Edit, Marsch und Playback – präsentiert. Doch der Prinz verfolgt damit keine kommerziellen Interessen. Im Gegenteil: Er bittet Leute, die eine CD haben wollen, dafür um Spenden. Das Geld soll der Elterninitiative für tumor- und leukämiekranke Kinder zugutekommen (weitere Informationen: www.karneval-marburg.de).

So viel soziales Engagement gefällt auch Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) gut, wie er im Gespräch mit der OP betonte. Überhaupt freut er sich darüber, dass die Marburger Narren Hessen in Berlin bei der Kanzlerin vertreten werden. So lud dann Spies – eigens für den Anlass kostümiert mit roter Nase – zusammen mit Karnevalsdezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) in den Magistratssitzungssaal ins Rathaus, um im Vorfeld der Fahrt die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

Der Hofapage will sich zurückhalten

Und was will die närrische Abordnung der Kanzlerin in der kommenden Woche sagen, wenn sie zusammen mit den Prinzenpaaren aus den übrigen Bundesländern in Berlin antritt? „Ich werde ihr sagen, dass ich es toll finde, dass sie sich auch angesichts der angespannten aktuellen politischen Lage für uns Zeit nimmt“, verrät Prinz René I.

Hofpage Mike Merkel seinerseits hält sich übrigens ganz im Stil der nicht mit ihm verwandten Namensvetterin Angela Merkel vornehm zurück „Ich überlasse alles dem Prinzen“, sagte er der OP.

von Manfred Hitzeroth

Politik braucht 
Spaß und Ernst

Die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs fällt in diesen Wochen mit der heißen Phase des Karnevals zusammen. Da ist es auch für manchen Marburger Politiker gar nicht so leicht, immer ganz genau zwischen Ernst und Fröhlichkeit zu trennen. Schließlich können auch vermeintlich witzig gemeinte Bemerkungen schnell völlig 
anders interpretiert werden.

Aber ein bisschen Spaß muss sein. Und so sollten sich auch die heimischen Politiker nicht als völlig spaßbefreite Karnevalsmuffel präsentieren. Dass alle Politiker Narren sind, dieses oft in Karnevalszeiten bemühte Klischee ist dann doch etwas zu platt. Der aktuelle Marburger Karnevalsprinz und Schlagersänger René I. zeigt übrigens umgekehrt, dass Karnevalisten nicht nur Spaß im Kopf haben müssen. Mithilfe seiner Karnevals-CD sammelt er Spenden für die Eltern krebskranker Kinder. Das ist eine vorbildliche
 Ak­tion, die hoffentlich viele 
zu ähnlichen Ideen inspiriert.

 
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