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Prinzen reisten und lernten zugleich

Doktorarbeit einer Marburger Historikerin Prinzen reisten und lernten zugleich

Die Marburger Historikerin Dr. Eva Bender begab sich in ihrer Doktorarbeit auf die Spur der Bildungsreisen von Prinzen Ende des 17. Jahrhunderts.

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Höfischen Tanz, Fechten oder Jagd: All das lernten die Prinzen im Laufe ihrer Bildungsreise, wie der Kupferstich zeigt.

Quelle: Archivfoto

Marburg. „Die Prinzenreise. Bildungsaufenthalt und Kavalierstour im höfischen Kontext gegen Ende des 17. Jahrhunderts“: Mit diesem Titel ist der Inhalt von Eva Benders Dissertation gut umrissen. Sie hat die Reisen und Reiseziele von 61 deutschen Prinzen erforscht, die wichtige europäische Höfe besuchten.

„Diese Prinzenreisen gehörten in der Frühen Neuzeit zum Kern der Fürstenerziehung“, erläutert Eva Bender. Die jungen Männer, die in Begleitung eines Hofmeisters und weiterer Begleiter das erste Mal längere Zeit von zu Hause weg waren, sollten auf diesen mehrjährigen Europareisen – auch Kavalierstouren genannt – ihren Horizont erweitern und sich an den wichtigsten Höfen ihrer Zeit vorstellen.

Neben der Erweiterung der Sprachkenntnisse dienten die Prinzenreisen auch der Vervollkommnung der körperlichen Fertigkeiten. Dokumentiert wurden die Reisen unter anderem auf eigens geprägten Münzen (die für die Rückkehr von Erbprinz Friedrich von Sachsen-Gotha und Altenburg geprägte Medaille in der Mitte dieses Textes zeigt das Schiff „Katherine“).

Auf ihr Thema stieß die Marburger Geschichtswissenschaftlerin, nachdem sie den Lebensweg des hessischen Prinzen Friedrich I. von Hessen-Kassel in ihrer Magisterarbeit erforscht hatte. Dabei war ein zentraler Punkt auch die Bildungsreise des Prinzen. Bei der Recherche in den Quellen fiel der Forscherin auf, dass der hessische Prinz unterwegs auch viele andere Prinzen getroffen hatte. Bei den weiteren Nachforschungen bemerkte sie, wie häufig diese Prinzenreisen am Ende des 17. Jahrhunderts waren.

„Das wichtigste Ziel dieser Reisen waren die Aufenthalte an den befreundeten Fürstenhöfen“, macht die Marburger Historikerin klar. Der Weg sei also in diesem Fall eher weniger das Ziel der Reise gewesen.

von Manfred Hitzeroth

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