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Präziser, schneller und effizienter

Neuer Teilchenbeschleuniger am UKGM Präziser, schneller und effizienter

Nach neunmonatiger Bauzeit ist in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ein neues, hochmodernes Bestrahlungsgerät in Betrieb 
genommen worden.

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Ein Patient liegt auf dem neuen Teilchenbeschleuniger am UKGM. Die Mitarbeiter Alessandro Medori (von rechts), Christopher-Paul Limberg und Evelyn Klug betreuen ihn.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Dieser sogenannte Linearbeschleuniger ermöglicht dank genauerer Strahlenfokussierung eine hochpräzise Bestrahlung des Tumors und damit eine effektivere Therapie, die mit geringeren Belastungen für den Patienten verbunden sein soll. Besonders gut geeignet ist der Linearbeschleuniger für die Behandlungen von Hirn-, Lungen- und Lebertumoren mit hohen Einzeldosen, sagt Professorin Rita Engenhart-Cabillic, die Leiterin der Abteilung.

„Mit dem neuen Linearbeschleuniger verfügt das UKGM Marburg über die neueste Technologie, die derzeit in der Strahlentherapie verfügbar ist“, sagt Dr. Gunther K. Weiss, Kaufmännischer Geschäftsführer des UKGM Marburg. „Wir versprechen uns von ihm neue Erkenntnisse für die Therapien der Zukunft“, so Dr. Weiss.

Für die erfolgreiche Behandlung von Krebspatienten ist die Strahlentherapie ein zentrales Element. Fast 500 000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Neben Chirurgie und Chemotherapie ist die Strahlentherapie eine der Hauptbehandlungsmethoden. Mehr als die Hälfte aller Tumorpatienten erhält eine solche Behandlung. Ziel ist die Zerstörung der Tumorzellen.

UKGM bietet alle derzeitigen Bestrahlungsmöglichkeiten an

Die Nebenwirkungen im gesunden Gewebe sollen so gering wie möglich sein. „Mittels des neuen Hochleistungs-Linearbeschleunigers können wir nun präziser, schneller, effizienter und damit für den Patienten schonender behandeln“, betont Professorin Engenhart-Cabillic.

Sie berichtet, dass alle Krebsbehandlungen durch die Experten der verschiedenen Organzentren des onkologischen Zentrums am UKGM interdisziplinär abgestimmt werden. Mit dem Linearbeschleuniger kann das UKGM nun alle derzeit technisch möglichen Bestrahlungsmethoden anbieten.

Durch besondere technische Verfahren erlaubt es das neue Gerät, nahezu jede erforderliche anatomische Form mit einer Strahlendosisverteilung gleichsam nachzuzeichnen und damit die gesunden Organe in der Umgebung des Tumors besser zu schonen. „Dies wird die Verträglichkeit der strahlentherapeutischen Behandlung für die Patienten deutlich verbessern“, sagt Professorin Engenhart-Cabillic.

Mit einer integrierten Röntgen-Bildgebung bietet das Gerät dem Arzt erstmals auch die Möglichkeit, den Tumor während der Bestrahlung zu beobachten und bei Tumorbewegungen die Bestrahlung anzupassen. „Mit diesen neuen technischen Möglichkeiten stehen uns vor allem für Patienten mit Lungen- und Lebertumoren völlig neue, innovative Bestrahlungsoptionen offen“, so der leitende Medizinphysiker Professor Dr. Klemens Zink.

Erste Bestrahlung am 
MIT steht bevor

Anfang August wurde der neue Hochpräzisions-Protonen-Beschleuniger in den eigens gebauten Behandlungsraum eingesetzt. Anschließend wurde die Technik eingebaut, eingerichtet und vom TÜV abgenommen. Seit dieser Woche kann das Bestrahlungsgerät nun für die Behandlung von Patienten eingesetzt werden. Der neue Teilchenbeschleuniger hat 4,5 Millionen Euro gekostet.

Fast zeitgleich mit der Patientenbestrahlung durch den neuen Protonenbeschleuniger soll auch am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) die Behandlung von Patienten aufgenommen werden. Professorin Engenhart-Cabillic nannte den 27. Oktober als voraussichtlichen Termin für die erste Bestrahlung am MIT. Offizielle, feierliche Einweihung soll am 11. November sein. Klinische Studien sollen belegen, ob die Bestrahlung mit Kohlenstoffionen einen höheren Behandlungserfolg gegenüber der gängigen Bestrahlung mit Wasserstoffionen hat.

Insofern ist die Inbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers wenige hundert Meter entfernt zu diesem Zeitpunkt kein Zufall­: Um Therapieerfolge miteinander vergleichen zu können, brauchen beide Methoden den technisch gleichen Stand.

von Till Conrad

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