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Präventionstag

Aufklärung gegen Suizide Präventionstag

Für heute hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den weltweiten Suizid-Präventionstag ausgerufen.

Marburg. „Wir sprechen bei diesem Thema nicht von Selbstmord, da dieser Begriff kriminalisiert und stigmatisiert. Wir sprechen nicht von Freitod, da der Betroffene nicht frei ist, sondern unter großem Leidensdruck steht“, erläutert Jörg Tischler vom Marburger Bündnis gegen Depression, das anlässlich des Welttages aufmerksam machen möchte auf den Zusammenhang von Depression und Suizid.

„In Deutschland nehmen sich bei 200000 Suizidversuchen jährlich circa 11000 Menschen das Leben. 90 Prozent davon aufgrund psychischer Erkrankungen, schwerpunktmäßig Depression“, erläutert Tischler.

Immerhin 15 Prozent der an schweren Depressionen erkrankten Patienten nehmen sich das Leben. „Dies macht die Depression zu einer potenziell tödlichen Krankheit“, so Tischler. Dies müsse aber nicht so sein, denn die Krankheit Depression sei hervorragend behandelbar und die Mehrzahl der Suizide in Deutschland wäre vermeidbar, teilt Tischler mit. Ein Hauptziel des Marburger Bündnisses ist es. zur Senkung der Suizidrate mit beizutragen.

Symbolisch Kerzen anzünden.

von Manfred Hitzeroth

Aus Anlass des weltweiten Präventionstags rufen die Organisatoren alle Deutschen dazu auf, heute abend eine Kerze anzuzünden und sie zum Gedenken an die Suizid-Toten zuhause ins Fenster zu stellen. Die zentrale deutsche Veranstaltung ist ein Gedenkgottesdienst in Berlin. Auch in weiteren deutschen Städten finden Veranstaltungen statt - allerdings nicht in Marburg. Für das kommende Jahr hat sich das „Bündnis gegen Depression“ jedoch eine Veranstaltung vorgenommen, erläutert Professor Carsten Konrad (Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie) Auf Anfrage der OP. Bei der Bekämpfung der psychischen Erkrankungen, die die Ursache für viele Suizide sind kommt es laut Konrad vor allem darauf an, ob diese Erkrankungen erkannt, ernstgenommen und richtig behandelt worden seien. „Es ist keine Schande, an einer psychischen Erkrankung zu leiden, und deswegen Hilfe zu suchen“, wirbt Konrad für die Arbeit des „Bündnisses gegen Depression“. Diese bestehe unter anderem darin, die Bevölkerung, aber auch professionelle Helfer wie Pfarrer, Hausärzte oder Polizisten oder Arbeitgeber über die große Anzahl an erfolgversprechenden Therapien aufzuklären.

von Manfred Hitzeroth

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