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Porno-Bilder: Mann erpresst Ex-Freundin

Gericht Porno-Bilder: Mann erpresst Ex-Freundin

Seine Verlobte soll mit einem seiner Arbeitskollegen fremd gegangen sein. Der Angeklagte fand Dutzende Porno-Bilder von beiden auf dem Computer. Der Trennungs-Zoff begann und endete vor Gericht.

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Marburg. Als der 29-Jährige auf dem PC sah, wie sich seine Verlobte auf dem Bett in der gemeinsamen Wohnung räkelt, wie sie Nacktbilder und Aufnahmen von ihr in anzüglichen Posen per E-Mail verschickt, „brach in mir alles zusammen“, sagt der Marburger. Der nächste Schock: Die Pornos sendete sie an einen seiner Bekannten, einen Arbeitskollegen aus Fronhausen. „Ich musste mir anschauen, wie in dem Bett, in welchem wir nachts zusammen einschlafen, so etwas gemacht wird um mich zu betrügen“, sagt er. In dem Moment seien in ihm „die Sicherungen durchgebrannt, ich habe emotional, im Rückblick aber übertrieben reagiert“, sagt der Produktionshelfer.

Umgehend forderte er von der Marburgerin, die vor dem Amtsgericht aufgrund des vollen Geständnisses des Angeklagten nicht aussagen musste, die Rückgabe aller Geschenke, die er ihr gemacht hatte. Den mit einem Edelstein besetzten Verlobungsring, teure Ketten, Ringe, Armbänder sowie ein Handy.

Die Sex-Bilder schickte er per Handy bereits an Freunde, drohte seiner Ex-Gebliebten mit einer umfassenden Veröffentlichung der intimen Motive, sollte sie ihm nicht alles zurückgeben.

An Schulen wolle er die Pornos verteilen, an Bushaltestellen die Bilder ausgedruckt aufhängen. Die Drohung wirkte: Das Erpressungs-Opfer brachte ihm alles.

Frage des Vorsitzenden der Kammer, Richter Dominik Best: Wie gelangte er an die auf dem Computer passwortgeschützten Bilder? Der Verdacht der Staatsanwaltschaft lautete, dass der Angeklagte den Zugang gehackt habe. Dessen Erklärung: „Wir kannten gegenseitig unsere Passwörter“.

Zweiter Anklagepunkt: Hartz-IV-Betrug

Rechtsanwalt Thomas Strecker plädierte für eine geringe Stafe, immerhin sei das Verhalten derjenigen, welche ihm die Ehe versprochen habe „ein knallharter emotionaler Schlag“ gewesen.Angeklagt war der 29-Jährige jedoch zudem wegen Betrugs. Er, so ergab die Beweisaufnahme, hat sich von Herbst 2011 bis Dezember 2012 massiv Sozialleistungen erschlichen. Monatelang bekam er Hartz IV vom Kreisjobcenter, obwohl er einen Job hatte, Geld verdiente. Rund 8000 Euro überwiesen die Behörden dem Marburger, dann flog die Masche auf.

Er habe anfangs vergessen, sich bei der Behörde zu melden und als er merkte, dass er in der der Falle gesessen habe, „tat ich alles damit es nicht rauskommt“, sagt er. Richter Best wurde skeptisch: Am 24. Oktober habe er laut Unterlagen den Job angetreten, nur einen Tag später fragte das KJC schriftlich nach seiner aktuellen Situation - der Richtsberger verschwieg seine Neu-Anstellung, reichte in den Folgemonaten sogar zwei Weiterzahlungs-Anträge ein.

„Von Beginn an war es darauf angelegt, die Sozialleistung als dauerhafte Einnahmequelle zu missbrauchen - ein besonders schwerer Betrugsfall „, sagt der Staatsanwalt.

Ein Jahr und vier Monate lautete das Urteil für beide Angklagepunkte. Da es, trotz Vorstrafen wegen anderer Delikte, die erste Freiheitsstrafe ist, setzt das Amtsgericht diese zur Bewährung (drei Jahre) aus. „Dieser Betrug, das sehe ich genauso, wiegt wesentlich schwerer als diese Erpressung“, erklärte Richter Best.

von Björn Wisker

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