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Polizeisperre stoppt Demonstranten

Demo gegen drei Burschenschaften Polizeisperre stoppt Demonstranten

Fast  400 Demonstranten zogen am Samstagabend bei einer zweistündigen Demonstration durch die Innenstadt, um gegen drei Marburger Burschenschaften zu protestieren.

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Rund 400 Teilnehmer hatte eine Demonstration gegen rechte Burschenschaften, die am Samstagabend durch Marburg führte - begleitet von einem großen Polizeiaufgebot.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Den Protest gegen rechtsextremes Gedankengut hatten sich die Teilnehmer an der Demonstration auf ihre
Fahnen geschrieben. Auch zahlreiche auswärtige Teilnehmer waren gekommen. Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot zogen die Demonstranten vom Bahnhofsvorplatz aus bis vor das Haus der Burschenschaften Germania in der Lutherstraße, bis es dann am Marburger Marktplatz zu einer Abschlusskundgebung kam.

Antifa-Demo in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Aber auch die Burschenschaften Normannia-Leipzig und Rheinfranken standen in der Kritik der Demonstranten. „Wer sich ernsthaft gegen den rassistischen und nationalistischen Ungeist dieser Tage aussprechen will, darf von rechten Studentenverbindungen nicht schweigen“, sagte ein Redner der „antifa gruppe 5“ bei der Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof. Auch Bernd Hannemann vom Kreisvorstand der „Linken“ hielt dort eine
Rede und plädierte dafür, Farbe zu bekennen, für „ein buntes, ein rotes Marburg“. Weil die Burschenschaft Germania den Vorsitz in der „Deutschen Burschenschaft“ übernommen habe, sei davon auszugehen, dass sich die „Deutsche Burschenschaft“ damit weiter radikalisiere, erläutert Sophia Stern, Sprecherin der Marburger „antifa Gruppe 5“. Von Marburg aus werde also extrem rechte Politik gemacht und gesteuert.

Direkt vor dem „Germanen-Haus“ in der Lutherstraße wurde der Demonstrationszug durch eine Straßensperre der Polizei am Weitergehen gehindert. Vergeblich versuchten die Demonstranten dort durchzubrechen. Aber die Polizei hatte an der Kreuzung vor der Lutherstraße eine Straßensperre aufgebaut und sicherte mit einem starken Aufgebot diese Sperre. Es kam zu kleineren Rangeleien mit der Polizei und laut einer Polizeimitteilung zu einem einmaligen Schlagstockeinsatz, ohne dass dabei Personen verletzt worden ­seien. Zudem sei von der Polizei Pfefferspray eingesetzt worden. Außerdem nahmen die Beamten zwei Männer kurzfristig in Gewahrsam, da sie sich während der Demonstration vermummt hatten. Gegen einen Demonstranten laufen Ermittlungen wegen Beleidigung. Nach einer Viertelstunde kehrten die Demonstranten wieder um und liefen bis zum Markt, wo sich nach einer Abschlusskundgebung die Demonstration auflöste.

Dringlichkeitsantrag im Parlament

Auch im Marburger Stadtparlament war die Burschenschaft Germania ein Thema. Einstimmig verurteilte das Parlament in einem zuvor im Ältestenrat beschlossenen Dringlichkeitsantrag die „Reichsgründungsfeier“ der „Germania“ vor zwei Wochen und wertete sie als „weiteren Beleg für ihre extrem rechte Ausrichtung“. Wegen der Übernahme des Vorsitzes der Deutschen Burschenschaft durch die Germania sei das Parlament in Sorge „über mögliche vermehrte politische und öffentliche Aktivitäten des extrem rechten Dachverbands und seiner Mitgliedsbünde in Marburg“, heißt es weiter in dem  Beschluss. Daher gelte es, politische und verwaltungsrechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um diese zu verhindern.

von Manfred Hitzeroth

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