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Polizei schiebt fast 30.000 Überstunden

Planstellen nehmen ab Polizei schiebt fast 30.000 Überstunden

Millionen Überstunden, hoher Krankheitsstand, 42-Stunden-Woche, hohe Belastungen aber nur ein Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaft der Polizei ist sauer auf die [hessische] Landesregierung. Regierungsparteien weisen die Vorwürfe zurück. – So stand es im März dieses Jahres in der OP.

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Eine Polizistin beobachtet im Mai eine Demo in Marburg. Seit 2007 gibt es 16 Stellen weniger im Landkreis.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Löber wollte die Diskussion damit nicht einfach so beendet sehen und stellte eine kleine Anfrage zur Stellensituation der Polizeistationen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Nun liegt ihr die Antwort des hessischen Innenministeriums vor. Demnach hatten beispielsweise die Beamten der Polizeistation Biedenkopf, zu der auch organisatorisch der Polizeiposten Gladenbach gehört, Ende Mai 2016 insgesamt rund 6 800 sogenannte
Mehrarbeitsstunden auf ihrem Arbeitskonto.

Löber weiter: „Bei den Kollegen von der Polizeistation Stadtallendorf, zu der auch die Kollegen vom Polizeiposten Kirchhain gehören, waren es sogar rund 7700 Stunden. Spitzenreiter mit 15.400 Mehrarbeitsstunden bildet die Polizeistation Marburg, zu der die Kollegen aus Cölbe und Wetter noch zu zählen sind“.

Planstellen wurden Jahr für Jahr weniger

Ungeachtet der Auswirkungen des von der Landesregierung in diesem Jahr ausgelegten „beispiellosen Stärkungspaket“, wie es der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Bauer, nannte, dürfen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf zunächst einmal andere Zahlen zur Kenntnis genommen werden. Die Anzahl der „Planstellen des Polizeivollzugsdienstes“ in allen drei Polizeistationen wurde Jahr für Jahr sukzessive reduziert.

Löber: „Zudem kam es auch bei den Stellen für „Verwaltungsbeamten“ zu jährlichen Kürzungen.“ Während im Jahr 2005 noch insgesamt 213,35 Stellen im Vollzug und 19 Stellen in der Verwaltung vorhanden waren, reduzierten sich diese Zahlen bis 2015 nach einem kleinen Zwischenhoch 2007 auf nur noch 198,904 Stellen im Vollzug und 9 Stellen in der Verwaltung. „Die jahrelange Tatenlosigkeit der Landesregierung ist einfach nur als skandalös und zugleich verantwortungslos zu bezeichnen“, sagt Löber und fordert als einzige Lösung eine Aufstockung.

von Götz Schaub

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